Leserbrief : Der Krisenkurs wird hier zum Dauerzustand

Geldpolitik

Zu den Artikeln „EZB: Leitzins im Euroraum bleibt auf Rekordtief“ (TV vom 4. Februar) und „Löhne halten nicht mit den Preisen mit“ (TV vom 17. Februar):

Warum werden in den politischen Parteien immer wieder Themen ausgeklammert, die viele von uns betreffen? Es geht um die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Seit 2016 verhindern die Nullzinspolitik der EZB und nationalstaatliche Interessen eine Konsolidierung des europäischen Bankensektors. Durch die Corona-Krise werden Einkommen und Vermögen der Bevölkerung noch stärker entwertet. Der Krisenkurs wird hier zum Dauerzustand, und staatliche Schuldner profitieren. Sparer sind die großen Verlierer.

Wir sind in der absurden Situation, dass Eigenverantwortung, Vorsorge und Sparsamkeit sogar bestraft werden durch einen Strafzins. Selbst die aktuell hohe Inflationsrate bewirkt keine Kursänderung.

Trotzdem liegen wir „gut verdienenden Deutschen“ deutlich unter dem Privatvermögen zum Beispiel der Italiener in Bezug auf das Bruttoinlandsprodukt. Viele Europäer haben mehr Netto vom Brutto und auch höhere Renten. Das Renteneintrittsalter liegt zum Beispiel in Frankreich zwischen 60 und 62 Jahren bei in etwa gleichen Bezügen wie bei uns.

Da sind wir mit unseren 63 bis 67 Jahren weit weg. Aber grundsätzlich die Verluste des Mittelstandes zu stoppen, steht nicht auf der Agenda unserer Politiker. Ich fürchte, wir bleiben auch zukünftig die Zahlmeister in Europa.