Leserbrief Rudolf Voderholzer den guten Willen nicht absprechen

Missbrauchsskandal

Zur Äußerung von Bischof Voder-holzer (TV vom 7. Februar online) und den darauf Bezug nehmenden Leserbrief  (TV, 12. Februar).

Bischof Rudolf Voderholzer hat in seinem Redebeitrag auf der Vollversammlung des Synodalen Wegs am 3. Februar sicher nicht den sexuellen Missbrauch von Kindern verharmlosen wollen. Seine so heftig kritisierte Aussage bezog sich für jeden neutralen Zuhörer eindeutig auf rechtspolitische Positionen der 1970er Jahre, die sexuelle Handlungen mit Kindern entkriminalisieren wollten.

Ob der Hinweis darauf zur Sache, nämlich der Aufklärung und Aufarbeitung der Schuld kirchlicher Amtsträger, etwas beiträgt und den Betroffenen hilft, darüber mag man streiten. Der Verfasser des Leserbriefs unterstellt Voderholzer aber „Menschenverachtung“ und ein amtskirchliches Selbstverständnis, als stünden Priester „über allem (weltlichen) Recht und allen anderen Menschen“. Eine solche aus der Luft gegriffene Behauptung wird Bischof Voderholzer nicht gerecht.

Wer für Reformen im Sinne des Synodalen Wegs und eine menschliche Kirche eintritt, sollte Menschen mit abweichenden Meinungen nicht zum Feindbild aufbauen und ihnen den guten Willen, die Botschaft Jesu zu verkündigen, nicht absprechen. Viele Menschen in der Region Trier haben Rudolf Voderholzer als zugewandten und glaubwürdigen Seelsorger in guter Erinnerung.

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