Leserbrief : Wenn eine Entscheidung getroffen werden muss, ducken sich alle weg

Flutkatastrophe

 Zum Artikel „Tausende Notrufe in der Flutnacht und trotzdem warnte die Koblenzer Leitstelle nicht“ (TV, 27. April):

Beim Lesen des Artikels blieb mir echt die Luft weg: Obwohl die Zentrale in Koblenz tausendfach gewarnt wurde, wartete man auf eine entsprechende Nachricht, Mail oder Fax, und das korrekte Formular muss es sein, um Alarm auszulösen. Da kann ich nur sagen: typisches Beamtenhandeln und -denken. Nur keinen Fehler machen, es könnte ja eine schlechte Beurteilung geben, und damit wäre meine Beförderung mit nachher erhöhtem Pensionsanspruch gefährdet.

Ein Schlag sondergleichen ins Gesicht der Bürger, der mit fast 140 Menschenleben in Rheinland-Pfalz bezahlt wurde, vom materiellen Schaden einmal abgesehen. Aber Hauptsache, das Gendern bei den Campingplatzbetreibern musste auf jeden Fall erfolgen.

Das ist unsere Krankheit: Mit Dummheiten wird sich ins Licht gerückt, aber wenn eine Entscheidung getroffen werden muss, ducken sich alle weg. In solchen Situationen hilft nur konsequentes Handeln und nicht Rumlavieren. Aber die handelnden Personen hatten einfach keinen „Arsch in der Hose“, um sich über vermeintlich wichtige Vorschriften hinwegzusetzen, siehe oben. Es hätte sehr viel menschliches Leid verhindert werden können, aber man hatte ja keine Anweisung.

Welche Machenschaften kommen in diesem Zusammenhang noch ans Licht, wie viel Inkompetenz kommt noch zu Tage, die zeigt, dass Ämter und Posten nicht nach Können, sondern nach Geschlechter- und Parteienproporz besetzt werden? Für führende Posten müssen die besten Personen, völlig egal ob Frau oder Mann, eingesetzt werden. Das kann man bei unserer neuen Familienministerin sehen: Eine Frau muss es sein, dem linken Flügel der Grünen angehören, und dann ist noch die geografische Herkunft wichtig, Qualifikation offenbar egal.

Ich rate jedem, sich mal die Lebensläufe anzusehen, von praktischer Arbeit in Wirtschaft und Verwaltung nichts zu sehen. Abitur, Universität, Parlament ohne jegliche praktische Erfahrung, und das gilt ausdrücklich für Frauen und Männer. Daher rührt die Inkompetenz.

In der Wirtschaft müssen nämlich Entscheidungen getroffen werden, auch wenn sie sich im Nachhinein auch schon mal als falsch erweisen, aber eine Entscheidung muss her, ohne korrektes Formular. Es ist doch kein Wunder, dass radikale Parteien Zulauf erhalten, wobei diese ja kein Stück besser sind.