Leserbrief : Hier wird die Verantwortung von einer Person auf die andere geschoben

Flutkatastrophe

Zum Artikel „Flut im Ahrtal – warum wurde nicht gewarnt?“ (TV vom 5. Mai):

Beim Lesen dieses Berichtes fiel mir die Sturmflut in Hamburg vom 16. auf den 17. Februar 1962 ein. Ich war damals mittelbar davon betroffen, weil ich bei Bekannten zu Besuch in Schleswig-Holstein war. Da ich bei meinen Eltern in Niedersachsen wohnte, hatte sich meine Rückreise um einige Tage verschoben.

Helmut Schmidt (SPD) war damals Innensenator der Freien und Hansestadt Hamburg. Ohne zu zögern und jemanden zu fragen, hat er die Bundeswehr um Hilfe gerufen, obwohl dies gegen damaliges Recht und Gesetz verstieß.

Durch sein couragiertes Handeln hat er verhindert, dass noch mehr Menschen zu Tode kamen; immerhin verloren damals 315 Menschen ihr Leben. Tausende verloren ihr Hof und und Gut – so wie jetzt im Ahrtal.

Wenn ich sehe, wie hier die Verantwortung von einer Person auf die andere geschoben wird, stellt sich für mich die Frage: Warum haben Innenminister Roger Lewentz und Ministerpräsidentin Malu Dreyer nicht das Zepter in die Hand genommen wie 1962 der Macher Helmut Schmidt?

Sie ziehen sich lieber aus der Verantwortung und schieben sie dem Landrat beziehungsweise der Koblenzer Leitstelle zu.