Leserbrief : Wirklich brauchen tut die Welt die SUVs nicht

Verkehrspolitik

Zum Interview „Warum kauft man sich ein SUV?“ mit Mobilitätsexpertin Autorin Katja Diehl (Trierischer Volksfreund, 3. Juni) und zum Leserbrief „Lasst doch die Leute, die ein SUV fahren wollen, dies tun!“ (Trierischer Volksfreund vom 11. Juni):

Natürlich kann jeder in Deutschland sich das Auto kaufen, was er will, weil wir ein freies Land sind. Aber ist es notwendig, um von A nach B zu kommen, eine solche Masse Material vorwärtszutreiben?

Diese Frage müssen wir uns schon stellen aufgrund  der Probleme, die es rund um das Auto gibt – Belastung mit Kohlenstoffdioxid (CO2),, Feinstaub und so weiter. Autos werden selten mit dem Kopf, sondern mit dem Bauch gekauft und sind in Deutschland nicht nur reine Transportmittel, sondern überwiegend Statussymbole.

Ich kann dem Leserbriefschreiber in vielen Punkten nicht Recht geben. Außerdem halte ich seinen Seitenhieb auf angebliche „rot-grünen Phantastereien“ für voll daneben, gerade weil er in einem vorher geschriebenen Satz mehr Toleranz angemahnt hat.

Ich halte es für unmöglich, die Meinungen von Menschen, die sich zu diesem Thema  äußern, so abzuwerten, nur weil ihm vielleicht die politische Gesinnung nicht gefällt .

Man muss den Bogen um das Thema SUV viel weiter spannen und nicht nur rein auf den Nutzen und das Fahren eingehen. Man sollte dabei beginnen mit der Herstellung dieser Fahrzeuge, bei der schon eine Riesenmenge an Rohstoffen und Energie benötigt wird.

Es ist eine höhere Abnutzung der Straßen zu erwarten, alleine durch das höhere Gewicht im Vergleich zu einem Kleinwagen. Und wenn die SUVs am Ende ihrer Nutzung verschrottet werden, fällt auch ein Haufen Plastik und andere Abfälle an, die umweltgerecht entsorgt werden müssen.

Natürlich muss man das Thema auch von der menschlichen Seite aus betrachten. Sind wir doch einmal ehrlich: Das Fahren eines solchen modernen Straßenkreuzers tut dem Ego des Fahrers/der Fahrerin offenbar gut, und die Sicherheitsargumente sind wohl eher zweitrangig und vorgeschoben. Auch besonders wenn man auf der Autobahn an den Smarts und anderen Kleinwagen vorbeirauschen kann, das gibt schon was.

Wenn überhaupt noch, dann müssten die Automobilhersteller dazu verpflichtet werden, ab 2023 SUVs nur noch mit reinem  Elektroantrieb zu bauen, dann hätte man wenigstens das Problem mit der CO2-Belastung durch Abgase erledigt.

Oder vielleicht sollte man einmal über eine Maut auf den Autobahnen für diese Ungetüme  nachdenken.

Aber wirklich brauchen tut die Welt die Dinger nicht.