Leserbrief : Ich überlege jetzt, bevor ich losfahre, ob ich es eilig habe oder nicht

Spritsparen

Zum Artikel „So hoch sind die Spritpreise in der Region“ (TV, 15. Juni) sowie weiteren Artikeln zum Thema Spritsparen: 

Ich bin letzte Woche zweimal von Platten nach Bitburg gefahren. Das sind 41 Kilometer, davon 28 auf der Autobahn. An einem Tag bin ich sparsam gefahren (Autobahn an Steigungen 90 bis 100 Stundenkilometer, sonst 100 bis 110 Stundenkilometer, Landstraße bis 80 Stundenkilometer) und habe 35 Minuten gebraucht bei einem Durchschnittsverbrauch von 4,9 Litern pro 100 Kilometer. Mein Wagen rechnet das netterweise immer aus.

Übrigens fährt er an den meisten Gefällstrecken 100 Stundenkilometer, ohne dass ich das Gaspedal berühre. Auf der letzten – von Bitburg kommend vor Wittlich-West – sogar 110 Stundenkilometer.

Am folgenden Tag bin ich „normal“ gefahren, na ja, was für mich normal ist (Autobahn an Steigungen 120 Stundenkilometer, sonst 130 Stundenkilometer – nicht gerade sportlich, werden die meisten sagen). Da habe ich 30 Minuten gebraucht bei einem Durchschnittsverbrauch von 6,3 Litern auf 100 Kilometer. Danach habe ich für 1,819 Euro pro Liter getankt und angefangen zu rechnen: Die fünf Minuten Zeit habe ich mit 0,57 Liter zusätzlichem Spritverbrauch erkauft.

Hochgerechnet will mein Auto demnach für jede gesparte Stunde 6,8 Liter mehr Benzin im Gegenwert von 12,52 Euro haben. Man kann ihm da keinen Vorwurf machen, es ist kein schlechter Wagen, kein Protz – Autos sind halt so.

Ich überlege jetzt, bevor ich losfahre, ob ich es eilig habe oder nicht. Als Ruheständler habe ich meist keinen Zeitdruck. Zugegeben, da bin ich privilegiert.

PS: In den heute gesparten zehn Minuten Lebenszeit (Hin- und Rückfahrt) habe ich schwitzend im Schatten gesessen und mich nach dem Fahrtwind gesehnt.