Leserbrief : Beim Verfahren zur Neuberechnung der Grundsteuer vermisse ich jedes Einfühlungsvermögen

Grundsteuer

Zum Artikel „Die Grundsteuer: Das sollten Haus- und Grundstücksbesitzer jetzt beachten“ (TV vom 5. Mai):

Vom Finanzamt Trier wurden alle Grundstückseigentümer im Zuständigkeitsbereich  aufgefordert, zwecks Feststellung der Grundsteuer bis zum 31. Oktober 2022 eine Erklärung abzugeben. Diese Werte sollen als Bemessung der Grundsteuer für die kommenden Jahre gelten und haben hohe finanzielle Bedeutung für den oder die Eigentümer.

Aufgrund der Entwicklungen in den vergangenen Jahren habe ich Verständnis dafür, dass eine aktuelle Erfassung erfolgen sollte.  Kein Verständnis habe ich allerdings dafür, in welcher Form dieses von den Grundstückseigentümer/innen verlangt wird. Zunächst wurden in einer öffentlichen Aufforderung hierzu der oder die Grundstückseigentümer zur Feststellungserklärung angesprochen. Über die Art und Weise, wie die Erklärung erfolgen soll, muss man die Behörde fragen, ob sie noch wissen, wie es an der Basis aussieht. Hier vermisse ich jedes Einfühlungsvermögen und glaube nicht mehr an unser gepriesenes Verwaltungs- und Staatssystem, da es nicht der Realität entspricht.

Die Erklärung ist elektronisch beim zuständigen Finanzamt einzureichen. Hierzu wörtlich: „Über ,Mein Elster‘ steht Ihnen ab dem 1. Juli 2022 die kostenfreie Möglichkeit der elektronischen Abgabe der Feststellungserklärung zur Verfügung. Sofern Sie noch kein Benutzerkonto für ,Mein Elster‘ haben, können Sie dieses bereits jetzt erstellen lassen, wobei die Registrierung bis zu zwei Wochen dauern kann.“ Ein Großteil der älteren  Grundstückseigentümer und -eigentümerinnen wird wohl keinen Internet-Anschluss haben oder mit der Anmeldung über Elster überfordert sein.

Warum ist es nicht möglich, die Vordrucke, wie für die Steuererklärung, beim Finanzamt abzuholen und zu Hause in aller Ruhe und eventuell mit Unterstützung der Angehörigen auszufüllen? Dieses würde erheblich dem fehlerhaften Ausfüllen vorbeugen und viele Rückfragen hätten sich erledigt. (Anm. der Red.: Eine Abgabe in Papierform soll es laut Finanzbehörden nur in Ausnahmen gehen. Über solche Härtefälle entscheide dann das zuständige Finanzamt).

Ich fordere hiermit die zuständigen Landes- sowie die örtlichen Politiker auf, sich der Sache anzunehmen und eine Regelung im Sinne des steuerzahlenden Bürgers herbeizuführen. Noch ist es hierfür Zeit! Bewegt euch!