Leserbrief : Unser Beitrag für die Welt und unser privates Glück

Krisenzeiten

Zur Umfrage „Dauerkrise: Wie geht’s Menschen in der Region? (TV, 30. August):

„Schichtenkrise“, so nennen Beobachter das, was wir täglich erleben: Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg, Klimanotstand, Artensterben, Kriege und Krisen im Nahen Osten, in Afrika und Asien … all das folgt nicht nacheinander, sondern ereignet sich zur selben Zeit. Ich kann die Nachrichtensendungen manchmal nur schwer ertragen. Ich frage mich: Wie können wir das Unsere gegen diese Bedrohungen tun und uns gleichzeitig schützen, damit die Katastrophen uns nicht überwältigen? Mir hilft ein Satz von Franz Kafka. Der Schriftsteller notierte am 2. August 1914 in sein Tagebuch: „Deutschland hat Russland den Krieg erklärt. Nachmittags Schwimmschule.“ Wir brauchen beides: Wachheit und Kraft, um unseren Beitrag für eine lebenswerte Welt zu leisten, und das Vermögen, gleichzeitig unser privates Glück zu bergen. Nur so ist Hoffnung.