Leserbrief : Die Gletscher brennen, und meine Seele brennt auch

Klimawandel

Zu den Artikeln: Die Extremschmelze der deutschen Gletscher“ (15. August), „Von wegen ewiges Eis!“ (TV vom 25. September) und „Tote nach Gletscherbruch in den Dolomiten“ (TV, 4. Juli):

Es tut mir in der Seele weh, wie die Gletscher brennen und schmelzen. Warum? Schon in früher Jugend habe ich die faszinierende Alpenwelt mit den schneebedeckten Bergen, schroffen Gipfeln und den Gletschern bei Skihochtouren erlebt. Nach oft stundenlangen Aufstiegen mit Fellen unter den Skiern in hochalpiner Landschaft war ich begeistert, dann als Dank für die Mühen des Aufstiegs bei den Abfahrten in jungfräulichem Tiefschnee meine Schwünge zu ziehen.

Diese Begeisterung ist bis heute geblieben, doch diese bezaubernde, hochalpine Bergwelt verliert im Zeitraffer durch die weltweite Temperaturerhöhung ein großartiges Element: die Welt der Gletscher. Das Phänomen habe ich auch wieder im Vergleich von 2001 und 2020 in diesem Sommer in den Ötztaler Alpen beim Gepatschgletscher und auf dem Zugspitzplateau gesehen (siehe „Von wegen ewiges Eis!“ (TV vom 25. September 2020).

Ich bin bestürzt und erschüttert, wie in diesem Jahr die Schmelze der Gletscher extrem vorangeschritten ist – das tut wirklich weh: Die Schönheit der Alpen verliert ihr Gesicht, was bleiben wird, ist ein Grau von Felsen, Steinblöcken, Schutt und Geröll (über die gravierenden Folgen lasse ich mich an dieser Stelle nicht aus).

Wer als Bergsteiger diese Faszination alpiner Bergwelt erlebt und verinnerlicht hat – „was Nicht-Bergsteiger vielleicht nur zu einem Achselzucken veranlassen mag“ –, dem tut die Seele weh, wenn diese bezaubernde, einzigartige Gletscherwelt verbrennt und zu einem Meer an Wüste erlischt.