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Leserbrief: Abfall nachhaltig behandeln

Leserbrief : Abfall nachhaltig behandeln

Zum Thema Müll im Landkreis Vulkaneifel schreibt dieser Leser:

In der Gerolsteiner Podiumsdiskussion bezeichneten sich die Verantwortlichen des ART lediglich als Dienstleister der Landkreise und offenbarten damit ihre Unkenntnis der aktuellen Gesetzeslage. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz gibt eine sinnvolle Anleitung, wie Abfall zu behandeln ist: Vermeiden-Wiederverwenden-Recyclen-Verbrennen-Vergraben.  Das neu eingeführte Ident-System der Mülltonnen mag man noch als versuchten, letztlich aber untauglichen Beitrag zu Müllvermeidung ansehen. Mertesdorf widerspricht mit dem sogenannten Trockenstabilat-Verfahren dem Grundgedanken einer Kreislaufwirtschaft, weil es letztlich auf die Verbrennung alles Verbrennbaren setzt.
Man vergleiche die vielfältigen Bemühungen anderer Entsorgungsträger, die Hilfestellungen zum Vermeiden von Abfällen bieten. Der A.R.T verkleinert die Sammelbehälter und erhöht drastisch die Abfallgebühren. Von sinnvollem Vermeiden keine Spur. Prof. Wiemer spricht vom Separieren der Abfallströme. Sein Verfahren – eben das Trockenstabilat-Verfahren — macht das Gegenteil.

Es kann nicht anders, denn die gemischten Abfälle werden vor der Trennung zerkleinert und nur das herausgenommen, was allemal nicht brennt.  Angeblich wird ein Ersatzbrennstoff zum Beispiel für die Zementdreh-Öfen hergestellt. Der Trierer Abfall landet hingegen mit einer Zuzahlung von weit über 170 Euro je Gewichtstonne in Verbrennungsanlagen. Dabei entstehen neben Schadstoffen wie dem klimaschädlichen CO2 etwa 30 Prozent Asche und Granulat, die teuer deponiert werden müssen.
Der Kostenfalle Mertesdorf kann der A.R.T nur entkommen, wenn die Abfallströme getrennt erfasst und getrennt behandelt werden:
1. aus dem Restmüll alle wertvollen Ressourcen herausziehen,
2. den Biomüll in einer Vergärungsanlage zur Gasgewinnung nutzen und die Reste als Grundstoff für  Dünger nehmen,
3. Grüngut häckseln und als Mulchmaterial bzw. Hackschnitzel verkaufen,
4. viele leicht erreichbare Wertstoffhöfe nehmen Gebrauchtgeräte auf und führen sie dem deutschen Recycling-Markt zu.

Müllexport auch als Export von Gebrauchtgeräten wird verboten oder streng kontrolliert. Hier sind  die Landes-  und noch mehr die Bundesgesetzgebung gefragt. Der ART sollte sich nicht als passiver Dienstleister, sondern  als aktiver Gestalter einer nachhaltigen, d.h. ökonomisch tragfähigen, ökologisch verantwortbaren und sozial orientierten Abfallbehandlung verstehen. Das geht nur mit einer gesetzeskonformen Erfassung und geänderten Behandlungstechnik in Mertesdorf.