Abschaffung der Biotonne

Leserbrief : Nun haben wir den Salat

Abschaffung der Biotonne

Da wird ein bestehendes, funktionierendes System nach „mehrstündiger Diskussion“ im Kreistag beschlossen. Wir Bürger wurden zu dem Thema nicht gefragt. Ich konnte jedenfalls keine Umfrage in einer Publikation lesen, welche sich für die Abkehr von der Biotonne ausgesprochen hätte. Also wieder ein Beispiel, wie an dem Bürgerwillen vorbei gehandelt wurde. Ob sich im fernen Trier oder anderen Kreisen und Städten die Mehrzahl für eine Abkehr von der Biotonne entschieden hätte, bezweifle ich stark.

Nun müssen wir also unsere Bioabfälle in einem „Plastikeimerchen“ zur nächsten Sammelstelle bringen. Ich kann mir schon vorstellen, welche Probleme es bei der Festlegung der Standorte für diese Sammelstellen geben wird. Wer will schon so einen stinkenden, verdreckten Platz, ähnlich den Standorten der Flaschencontainer, in seiner Umgebung haben?

Die Sammelstellen werden weit auswärts liegen. Dann fährt man im Auto mit Eimerchen dorthin, verbraucht Sprit, belastet die Umwelt und wenn es schief läuft, darf man anschließend noch das Auto reinigen. An alte Leute, Behinderte und Kranke hat man dabei nicht gedacht. Und geht einmal etwas schief mit dem Transport des Eimerchens, wird der Betroffene womöglich noch wegen illegaler Abfallbeseitigung zur Kasse gebeten.

Über die zusätzlichen Kosten, die durch die Produktion der Eimerchen entstehen, den Abtransport der bisherigen Biotonne und deren Entsorgung, ist noch überhaupt nichts bekannt. Ich vermute, dass in 2020  die Abfallmenge der Restmülltonnen erheblich steigen wird. Welchen Inhalt diese dann haben, kann man sich leicht vorstellen.

Ich hoffe, dass die für diese ­Fehlentscheidung Verantwortlichen noch einmal in aller Ruhe über die Konsequenzen diskutieren und zur Freude vieler Bürger auf die alte, bewährte Biotonne zurückkommen. Aber erfahrungsgemäß bin ich hier sehr skeptisch und werde mir schon ein paar „Plätze“ aussuchen, wo ich das Eimerchen leeren kann, sodass sich die hierfür Zuständigen daran erinnern werden.

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