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Leserbrief
Cleverness gefragt

Schüler-Demonstrationen

Zu unserem Bericht „150 Schüler demonstrieren in Bitburg für Klimaschutz“ (TV vom 30. März):

Bisher kannte man nur Mahnwachen zum Atomausstieg in Sachen Cattenom, Fukushima oder Tschernobyl. Nun stellen 150 Bitburger Schüler, die an einem Schultag protestieren, ein großartiges Demokratieverständnis unter Beweis. Sie wenden sich zum Schutz des eigenen Überlebens sowie dem ihrer Familien an die Öffentlichkeit, weil in der kleinen und auch in der großen Politik seit Jahren nicht die Fortschritte im Umweltschutz erzielt werden, mit denen das Klima noch zu retten wäre. Eigentlich haben wir im Klimaschutz schon den harten, weltweiten Brexit und es ist mehr als fünf nach zwölf!

Demonstrationen und Streiks, Teilnahme an Wahlen, Teilnahme an Stadtratssitzungen oder sich selbst für ein öffentliches Amt zur Wahl zu stellen, sind ja Grundrechte unserer Demokratie. Das Problem beim Schülerprotest: Da an Schultagen demonstriert wird, kann man es auch als Streik verstehen, da die eigentliche Arbeit – also der Unterricht – niedergelegt wird.

Wenn die Schulleitungen jetzt Cleverness zeigen, müsste dieser Demonstrationstag der Schüler in den praktischen Sozialkunde-Unterricht eingebaut werden, so dass die Argumentation „unentschuldigtes Fernbleiben“ entkräftet wäre.

Ich hoffe, dass Schüler sich noch oft für Umweltschutz und andere Grundrechte öffentlich einsetzen, da ihre Eltern und Großeltern allein mit ihrer Teilnahme an Wahlen kein Umdenken der Politik erreicht haben.