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Meinung
Das verstehe, wer will

Supermärkte

Zum Artikel „Vollbremsung beim Standort-Poker“, TV vom 18. September, meint dieser Leser:

Nicht erst seit drei Jahren, sondern seit 30 Jahren war man sich fraktionsübergreifend im Rat einig, keinerlei Unternehmen mit innerstädtischer Relevanz im Gebiet südliche Saarstraße zu genehmigen. Nun gäbe es die Möglichkeit, einen außerhalb dieser Zone liegenden Betrieb stadtnäher anzusiedeln, und dies wird vom Bauausschuss blockiert.

Dabei würde auch ein jahrelang brach liegendes Gelände städtebaulich aufgewertet. Nach nunmehr drei Jahren der Diskussion sagt der Bauausschuss mehrheitlich nein.

Das verstehe, wer will…..

Es gibt einen seriösen Investor und seit 2017 einen Mietvertrag mit Rewe. Rewe will umziehen, um sein neues Geschäftskonzept realisieren zu können.

In diesen drei Jahren wurden Unmengen von Energie in Form von Planung, Gutachten, Kosten etc. verbraucht, um das seit Jahren gewünschtes Ergebnis, zu erreichen. Dies versucht nun ein Ausschuss, der für die stete Verbesserung städtischer Gestaltung zuständig ist, zu verhindern.

Wenn überhaupt, hätten die fragwürdigen Argumente der Verhinderer an den  Beginn der Behandlung des Themas im Bauausschuss gehört.

Weiß Herr Jutz eigentlich, was es bedeutet, 380 Meter neben einer stark frequentierten Autostraße zu laufen für Menschen mit Handicaps oder die kein Fahrzeug besitzen? Die Strecke ist länger als unsere Fußgängerzone.

Die perfekte Lösung des Problems der langatmigen Trägheit von Verwaltung und Rat, liefert uns jetzt Frau Steffen:  Zur Entlastung der Verwaltung und Schonung der Räte, sollte bei den städtischen Entscheidungen in Zukunft jeweils eine repräsentative Umfrage unter einigen  betroffenen Bürgern veranstaltet werden und deren Mehrheit hätte dann das Projekt entschieden.

Es ist die gleiche Geschichte, wie das jahrelange Geschacher um die immer noch nicht realisierte BIT-Galerie.

Mehrfach verzögert, verändert in Gestaltung und minimiert in der Verkaufsfläche, stellt man nach gefühlt acht Jahren fest, dass eigentlich ein Verkehrskonzept nötig sei, um einerseits den Bedürfnissen des Komplexes (unter anderem Zufahrt für Lieferanten und Parkplätze) zu genügen und andererseits eine Überlastung der nördlichen Trierer Straße, zu verhindern. Auch dies hätte vor Beginn der eigentlichen Planungen für das Objekt geschehen müssen.

Was glaubt man, welch miserablen Eindruck die seit Jahren leer stehenden Geschäftsräume in der nördlichen Trierer Straße bei unseren Besuchern hinterlassen.

Wer glaubt denn im Ernst, dass sich nach den Erfahrungen in dieser Stadt noch einmal ein Investor diesen behördlichen Verhinderungs-Torturen unterziehen will?

 Hermann Rass, Bitburg