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Leserbrief: Der Bürger hat es mit in der Hand

Leserbrief : Der Bürger hat es mit in der Hand

Filialschließungen

Zu unserem Bericht „Die Islecker kämpfen für ihre Filialen“ (TV vom 1. Februar) schreibt dieser Leser:
Wenn sich Bürger darüber aufregen, dass die beiden Bankfilialen schließen, kommt das 30 Jahre zu spät. Wirtschaftsunternehmen können nicht anders handeln. Wenn die Geschäftszahlen es erforderlich machen, werden Filialen geschlossen.

Die jetzige Entwicklung hätte von den Bürgern mit etwas mehr Sachverstand bei den Kommunalwahlen verhindert werden können. Waxweiler war bis 1984 ein immer noch pulsierender Ort mit Perspektiven. Dann begann das Desaster, als es dem CDU-Granden Billen missfiel, dass die SPD den Ortsbürgermeister in Waxweiler stellte. Dies wurde geändert und von den Bürgern ein CDU-Mitglied gewählt, das trotz fragwürdiger Leistungen bis 2014 immer mit rund drei Viertel der Stimmen im Amt bestätigt wurde.

Der wirtschaftliche Niedergang, die Schulschließung, der touristische Niedergang, fehlende Gewerbeansiedlungen, um nur einige Stichworte zu nennen, war unübersehbar. Völlig anders agierten die Bürger von Arzfeld, die ab 1989 bis 2004 Ortsbürgermeister Hitzges wiederholt wählten, der sich täglich für seine Ortsgemeinde einsetzte. Meinen Glückwunsch für das kluge und weitsichtige Wahlverhalten der Arzfelder. Nicht umsonst ist Arzfeld jetzt ein pulsierender Ort mit Perspektive.
Waxweiler ist noch nicht ganz erledigt und kann nach den Bankfilialen noch einiges verlieren. Ich denke hier an das Notariat, die Postagentur, eine oder beide Arztpraxen, die Apotheke, den SB-Markt und alle anderen Dienstleister und ehrenamtlichen Organisationen wie die Ortsfeuerwehr.
Bei der Verbandsgemeinde Arzfeld hingegen lief perspektivisch vieles falsch. Ich erinnere an das große interkommunale Gewerbegebiet, das am Ortsrand von Arzfeld ausgewiesen wurde, aber mangels Autobahn-Anschluss allenfalls geeignet war für eine Schafskäserei, die das umliegende Weideland gut gebrauchen kann.

Es folgte eine Umwandlung in ein Wohngebiet und in Plütscheid/Feuerscheid wurde danach an der Autobahn zwar ein Gewerbegebiet ausgewiesen, aber nicht erschlossen. Im Ergebnis sind dort an der Autobahnauffahrt Waxweiler Solaranlagen installiert worden, während im Bereich der Autobahnauffahrt Wittlich in den dortigen Gewerbegebieten schon 20 000 Arbeitsplätze entstanden sind, wie in einem TV-Bericht stand.

Ich erinnere auch an die Autarkiebemühungen der Verbandsgemeinde Arzfeld durch ein gewolltes Schulzentrum in Arzfeld auf Kosten der anderen Gemeinden und dem folgenden, hohe Kosten verursachenden Abriss des Hauptschulgebäudes in Waxweiler. Dies, obwohl es eine kostengünstigere Alternative gab: die Umnutzung als Grundschule und für seniorengerechte Wohnungen.
Es war und ist Aufgabe der Bürger, auch bei Kommunalwahlen weitsichtig und verantwortungsvoll zu wählen. Wäre das Gewerbegebiet an der Autobahnauffahrt in Plütscheid/Feuerscheid entwickelt worden, die Bankfilialen wären ausgebaut worden, statt jetzt geschlossen.

Die Region Waxweiler mit den Nachbarorten Plütscheid/Feuerscheid und Lambertsberg wäre zu einer pulsierenden Region zusammengewachsen. Die Verbandsgemeinde Arzfeld hat wegen der eigenen Fehlleistungen keine Zukunft.

In der Region Plütscheid/Feuerscheid, Lambertsberg, Waxweiler sollten sich die Bürger mit den Gemeinden Lünebach, Dackscheid und Hargarten intensiv für einen Anschluss an die Verbandsgemeinde Prüm einsetzen.

Es wird nicht einfach werden, dennoch sollte Druck aufgebaut werden, um die seit langem überfällige Kommunalreform zu fördern.