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Leserbriefe
Der mühsame Weg in die Öffentlichkeit

Veröffentlichungen von Gemeinderatssitzungen

Zu unserem Bericht „Streit um Veröffentlichung: Gemeinden sollen selbst entscheiden“ (TV vom 7. März) schreibt dieser Lese:

Biesdorf ist eine kleine Gemeinde in der Südeifel, zählt rund 240 Einwohner, hat ein Gymnasium und liegt direkt an der luxemburgischen Grenze. Die L 2 führt unmittelbar am Dorf vorbei. Die Folge: Die Bürger müssen die Gemeindestraßen mit Ausbaubeiträgen mitfinanzieren. Bis 1972 gab es eine Amtsverwaltung in Körperich. Damals waren die Straßen in Ordnung, ebenso die Kanäle. Es gab keine wiederkehrenden Beiträge. Öffentlichkeitsarbeit war kein Thema, notfalls bekam man Informationen auf der Post.

Dann wurde das Amt Körperich aufgelöst, und es entstand die Verbandsgemeinde Neuerburg. Mit den ersten Beitragszahlungen, Gebühren und kommunalen Abgaben wurde klar, was so eine gut funktionierende Verwaltung kostet. Die Schulden stiegen – und auch die Gebühren und Abgaben. Jährliche Bürgerversammlungen gab es nicht. Im Amtsblatt war selten was vom kleinen Biesdorf zu erfahren. Am 1. Juli 2014 wurde die Verbandsgemeinde Südeifel gegründet. Seither versinken die kleinen Gemeinden in der Bedeutungslosigkeit. Ich begrüße es, das Ortsbürgermeister Peter Trauden aus einer kleinen Gemeinde diesbezüglich Missstände anprangert. Viele Mitbewohner und auch alte Leute können sich nicht im Internet informieren, sie haben einfach keinen oder einen schlechten Anschluss. Bei der großen Verbandsgemeinde sind solche Probleme aber leider noch nicht angekommen. Viele Bürger haben sich damit leider längst abgefunden. Frei nach dem Motto: gucken, ducken, schlucken.