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Leserbrief
Ein Zeichen setzen

Israel-Jubiläum

Leserbrief zum Thema „Wenn die bunten Fahnen wehen, vom 6. April 2018:

In Bitburg wird seit zig Jahren eine lebendige Städte-Partnerschaft mit fünf Städten gepflegt, die durch eine kleine Flaggenparade vor dem Rathaus öffentlich wirksam repräsentiert wird. So ungestört wie der Wind wehen kann, wehen auch die Flaggen im Wind. Seit Jahren wird in Bitburg auch das altbekannte Grenzlandtreffen in Straßen, Zelten und auf öffentlichen Plätzen gefeiert. Hierdurch ist mindestens einmal jährlich die Stadt mit internationalem Leben, Musik- und Folkloregruppen aus vielen Staaten rund um den Globus bis hin zu den Philippinen gefüllt und es wird friedlich und fröhlich mit den verschiedenen Nationalitäten gefeiert.

Aufgrund der zunehmenden, wieder erstarkenden Anfeindungen gegenüber jüdischen Mitbürgern wie zuletzt vor Wochen in Berlin, als zwei Kippa tragende Jugendliche von muslimischen Jugendlichen angegriffen wurden, und auch wegen des 70-jährigen Staatsjubiläums Israels könnte die Stadt Bitburg mit der Ergänzung der Flaggenparade ein symbolträchtiges Zeichen setzen.

Zu den vor dem Rathaus wehenden fünf Staatsflaggen könnte als Solidaritätszeichen zum friedlichen Zusammenleben mit vielen Völkern auch die israelische Staatsflagge gut sichtbar vor dem Rathaus dazugestellt werden.

Durch diese symbolträchtige Geste könnten nicht nur die Sympathie und Gleichwertigkeit zum Staat, Israel sondern auch zu seinen Bürgern gezeigt werden, an die in unserer Stadt bisher nur durch Erinnerungskultur, wie eine Gedenktafel, Ausstellung über die verfolgten und ermordeten jüdischen Mitbürgern im ehemaligen Bekleidungshaus Juda und jährliche Gedenkfeiern, erinnert wird.

Der deutsche Staat, mit allen seinen Städten und Bürgern, die vor 29 Jahren eine friedliche Wiedervereinigung erleben durften, müsste in der heute leider auch stürmischer gewordenen Zeit alles daran setzen,

daß dieses Ereignis wie ein besonderes Siegel der Friedfertigkeit hoch gehalten wird.

Wenn wir diese Werte von 1989 nicht besser bewahren und still und heimlich eher braune und provokant religiöse Parolen daran „nagen lassen“, wird an den Grundfesten unserer eigentlich friedlich gesinnten Demokratie nicht nur gesägt, sondern immer mehr von den demokratischen Fundamenten abgebrochen sowie Unfrieden gesät!

Ullrich Papschik, Bitburg