| 16:55 Uhr

Leser_Kolberg_Fluglärm
Das vertreibt Touristen aus ­der Eifel

Fluglärm

Zu unserem Bericht „Fliegende Abschreckung“ (TV vom 5. September) schreibt diese Leserin:

Viel wurde in den Medien über ein Nato-Luftmanöver in Spandahlem veröffentlicht und dazu vermerkt, dass diese Übungen mit Kampfjets aus den USA, Niederlanden, Belgien, Frankreich und Deutschland monatlich wiederholt werden. Ob die Verantwortlichen für das erste Manöver mit dem Höllenlärm im August auch an die Menschen in dieser Region gedacht haben?

Vom 12. bis 26. August verbrachte ich, aber auch andere Feriengäste, ihre Freizeit in der Eifel, in schönster Landschaft, im Umfeld der Air Base. Keiner der Gäste konnte mit diesem Ausmaß von Lärm rechnen. Aufenthalte im Freien zu den Manöverzeiten waren ausgeschlossen. Lärmschutzfenster konnten diese Lautstärke auch nicht abhalten. Wenn ich das gewusst hätte, was da in Spangdahlem veranstaltet wird, wäre ich im August nicht in die Eifel gekommen.

Wenn ich jetzt lese, dass mit solchen Übungen in Zukunft weiter zu rechnen ist, werden alle Touristen die Eifel meiden. Damit wir nicht für alle Zeiten aus der Eifel vertrieben werden oder nur an Wochenenden kommen können, mache ich einen Vorschlag: Manöverzeiten nur von montags bis freitags, damit wir uns in der Zeit an anderen Orten aufhalten und die Lärmzone meiden. Oder es braucht einen Lärmschutzbunker oder Räume unter der Erde. Während die Manöver für die Menschen vor Ort als Warnung bekannt gegeben werden, sind sie für viele Menschen von auswärts unberechenbar und unerwartet.

Bei allen Planungen der Übungszeiten sollten die Verantwortlichen auch bedenken, dass viele Menschen aus der Region nicht fliehen können. Kleinkinder, Kinder in Kindergärten, Kinder in Schulen, kranke und alte Menschen, Behinderte, die nicht einmal in den Keller gehen können, um sich vor diesem Lärm zu schützen. Mit diesen Manövern vertreiben die Verantwortlichen alle Gäste aus der Eifel und das schadet dem gesamten Gastgewerbe.

Die Schaulustigen, die zu diesem ersten Manöver auch aus den benachbarten Ländern kamen, um diese Kampfjets anzusehen, sollten aus Sicherheitsgründen nicht eingeladen und zugelassen werden. Diese Dezibelstärke schadet allen Lebewesen!

Es gibt genügend unbewohnte Gebiete in der Welt, wo solche Übungen, wenn sie dann notwendig sind, durchgeführt werden können, aber doch nicht auf einer Air Base, die schon im normalen Betrieb genügend Lärm und Emissionen für die gesamte Südeifel verursacht.

Die Verantwortlichen für diese Manöver sollten die Betroffenen über Lärm-Zeiten informieren – und zwar nicht nur jene vor Ort.

Marianne Kolberg, Mühlheim/Ruhr