Leserbrief: Große Wohnklötze sind Teil des Problems

Leserbrief : Große Wohnklötze sind Teil des Problems

Flächenversiegelung in Bitburg

Zu unserem Bericht „Ein Wohngebiet voller Bauverstöße“ (TV vom 18. November) über den Bitburtger Stadtteil Stahl schreibt dieser Leser:

Weil auf zahlreichen Grundstücken weitaus mehr Fläche versiegelt wurde, stehen Bauherren und Hauseigentümer in Stahler Wohngebieten in der Kritik. Es mag ja sein, dass der ein oder andere Häusle-Besitzer da über die Stränge geschlagen hat. Dass Bitburgs Bauausschuss jetzt die Verstöße aufgreift und harte Kante zeigt, ist schon bemerkenswert – und gelinde gesagt auch verlogen.

Die ganze Stadt Bitburg wird zunehmend durch Planung kommunaler Bauten und Plätze und durch Genehmigung von privaten Bauvorhaben mit dem Segen der städtischen Gremien versiegelt.

Es ist ein Hohn, wenn die Stadt Bitburg einen Ausschuss für Bau, Wirtschaft, Verkehr und Klimaschutz bildet, aber bei Baugenehmigungsverfahren ohne Beachtung der Folgen, in gewachsenen kleinteiligen Wohngebieten dreistöckige Bauklötze mit bis zu zwölf Wohnungen erlaubt.

Diese Bauklötze passen nicht nur nicht in die Umgebung, sie übersteigen auch die für die Abwasser-infrastruktur berechneten Versiegelungswerte deutlich. Bei den Starkregen 2018 waren bereits viele Abwasserkanäle in Bitburg über den Grenzen der Wasseraufnahme angelangt.

Die Wohnklötze, wie sie in den vergangenen Jahren in bestehende kleinteilige Wohngebiete gebaut wurden, haben enorme Grundstücks-Versiegelungswerte. Das wird die einst auf eine kleinteilige Bebauung berechneten Abwasserleitungssysteme zum Kollabieren bringen. Die Folge: Rückstauwasser wird die Keller der Anwohner füllen.

Wie lange wollen die Bitburger diesen Fehlplanungen noch stillschweigend zusehen? Wie lange sind die Mitglieder des Ausschusses für Klimaschutz noch wortlos?

Wann stehen zukunftsgewandte Kommunalpolitiker im Stadtrat auf, um hier Einhalt zu bieten. Eins steht fest, Bitburg war noch nie so versiegelt wie heute! Meine Befürchtung ist, dass das Versiegeln kein Ende nimmt. Es sei denn, Bitburg wacht endlich auf!

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