Leserbrief: Lasst uns unsere Biotonne

Leserbrief : Lasst uns unsere Biotonne

Müllgebühren Vulkaneifel

Zur Diskussion um die Gebührenerhöhung und die Abschaffung der Biotonne im Vulkaneifelkreis schreibt dieser Leser:

Bereits im Beiblatt zur Gebührenrechnung wurden Änderungen ab 2020 angekündigt. Die Aufgeregtheit zum jetzigen Zeitpunkt kommt also fast zu spät. Neben der kleineren Tonne – demnächst liegt der Müll wieder in der Natur – ist im Vulkaneifelkreis die Biotonne ein Thema. Begonnen hat es vor ein paar Jahren, als in der Stadt Trier der Biomüll gesondert abgefahren werden sollte. Bis dahin kam dort alles in die graue Restmülltonne. Die A.R.T. schlug dann die braune Tonne für den Biomüll vor, was zu einem Sturm der Entrüstung führte. Die Sorge: Wo soll die Tonne in der engen städtischen Bebauung hin. Dann wurde versucht, mit der Biomülltüte der Sache Herr zu werden. Ob diese Tüten wirklich genutzt werden, ist mehr als fraglich. Denn der Inhalt der Restmülltonne wird nicht auf deren Inhalt kontrolliert. Man hört jedenfalls nicht mehr, dass es zum Himmel stinkt.

Im ländlichen Raum, und dazu zählt der Vulkaneifelkreis, gibt es genügend Platz, um Biotonnen aufzustellen. Diese Verfahrensweise hat sich seit vielen Jahren bewährt. Es ist auch keine Madentonne. Wer möchte demgegenüber lieber mit durchweichten und zermatschten Tüten durch die Gegend laufen? Nein, nicht laufen, sondern fahren. Selbst wenn Zehn-Liter-Eimer zur Verfügung gestellt werden, werden diese gefahren. Denn es sollen ja Container in den Ortschaften aufgestellt werden, wohin jeder seinen Biomüll hinbringen soll – und fahren wird. Das ist eben nicht klimafreundlich.

Die Gebühren für die Biomüllbeseitigung sind zudem in den neuen Gebühren eingerechnet. Die Selbstkompostierer sind also auf jeden Fall die Gekniffenen und sparen künftig nichts mehr. Die Gebühr steigt für weniger Leistung (240 Liter Restmüll, null Liter Biomüll) für einen Zwei-Personen-Haushalt von bisher 174,00 auf 245,13 Euro, also um 40,88 Prozent. Zum Vergleich: Im Kreis Mayen-Koblenz beträgt die Gebühr 241,33 Euro. Das aber dann für 240 Liter Restmüll plus 240 Liter Biomüll per Haustürabholung und für Altpapier erhält man eine Gutschrift. Wieso funktioniert das hier nicht?

Wenn die Trierer mit ihrer Biotüte glücklich sind, sollen sie sie behalten, lasst uns auf dem Land aber die seit Jahren bewährte Biotonne. Der Kreistag des Vulkaneifelkreises hat sich schon seit einigen Jahren ohne Not dem A.R.T. angeschlossen. Hätte man sich mal bei den anderen Nachbarkreisen wie Ahrweiler oder Mayen-Koblenz umgehört, wären wir heute besser gestellt. Aber der neue Kreistag hat hoffentlich noch alles in der Hand. Biomatschtüten brauchen wir jedenfalls keine.

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