| 15:52 Uhr

Meinung
Ohrfeige für den Landrat

Kreisverwaltung

Zum Untreue-Skandal in der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm meint dieser Leser:

Der Untreue-Skandal wurde im Volksfreund zweimal (5. und 13. September) auf der Titelseite zu Recht thematisiert. Es sind keine Peanuts, wenn solche hohen Summen an Steuergeldern veruntreut werden. Der jüngste TV-Beitrag, welcher die Angaben des Rechtsanwaltes des beschuldigten Mitarbeiters der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm wiedergibt, offenbart klar meine Vermutung, dass Landrat Streit sich durch die an den Tag gelegte Hyperaktivität der eigenen Pressearbeit in unzulässiger Weise in ein laufendes Strafverfahren einmischt oder es zumindest versucht.. Das hat mit Behördentransparenz wenig zu tun.

Landrat Streit will mit seinem unverantwortlichem Vorpreschen von der eigenen politischen Schuld, dem kläglichen Behördenversagen ablenken, indem er der Öffentlichkeit suggerieren will, dass sein langjähriger Mitarbeiter beim Veruntreuen der beachtlichen Geldsumme von über 1,5 Millionen Euro mit hoher krimineller Energie gehandelt und ein extrem cleveres Vorgehen gezeigt habe, weswegen die langjährig laufende Veruntreuung kaum auffallen konnte.

Dem widerspricht der Anwalt des Beschuldigten mit deutlichen Worten: nur drei Mausklicks seien nötig gewesen, um jährlich hunderttausende Euro beiseite zu schaffen. Wenn das zwölfeinhalb Jahre niemand merkt, wird wohl jeder Tante-Emma-Laden besser kontrolliert als die Kreisverwaltung.

Das ist eine politische Ohrfeige in Richtung Landrat Streit. Ich bleibe dabei: Der Landrat hätte besser geschwiegen.

Eckhard Otto, Daufenbach