Leserbrief: Unwürdiger Umgang

Leserbrief : Unwürdiger Umgang

Gedenkkultur

Zum geplanten Bürgerpark in Dudeldorf, wo ein ehemaliger Friedhof umgenutzt werden soll (TV vom 3. Januar), schreibt dieser Leser:

Der Bericht über die Um - und Neugestaltung des Friedhofes in Dudeldorf ist eine interessante Maßnahme, um Kultur und Gedenken im dörflichen Bereich angemessen zu bewahren. Dem entgegen steht die Gedenk- und Friedhofskultur in Bitburg Kolmeshöhe, dem fast unscheinbaren jüdischen Friedhof in der Talstraße beim Cascade-Bad sowie die Art und Weise, wie mit dem Kriegerdenkmal in der Denkmalstraße umgegangen wird.

Vor mehr als einem Jahr wurde von dreisten Dieben eine Gedenkplatte vom Friedhof Kolmeshöhe gestohlen. Auf dem jüdischen Friedhof sind die Namensinschriften der großen Mamor-Gedenkplatte fast unleserlich verwittert und von den vier Befestigungsschrauben, die die große Gedenkplatte festhalten sollen, sind drei abgebrochen.

Noch viel dreister und verachtender wird mit dem fast in Vergessenheit geratenen Kriegerdenkmal mit den Bitburger Gefallenen des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 umgegangen. So lagen dort in der ersten Januar-Woche Sperrmüll und gelbe Säcke. Zudem haben etliche Bürger dort ihre blauen Tonnen vor der Leerung geparkt. Die Stadt ist nicht eingeschritten. Auch wenn das deutsch-französische Kriegsereignis schon über 145 Jahre zurückliegt, sollte das nicht heißen, ein altes Denkmal derart mit modernem Wohlstandsmüll zu entwürdigen. Unsere Kinder sollten einen würdigeren Umgang mit Gedenk- und Kulturgütern lernen.

Kriegerdenkmal Bitburg Müll. Foto: Ullrich Papschik

Ullrich Papschik, Bitburg