Leserbrief: Was für ein Grau(s): Bitburg ergraut

Leserbrief : Was für ein Grau(s): Bitburg ergraut

Stadtentwicklung Bitburg

Zu unseren Berichten zur Neugestaltung des Petersplatzes schreibt diese Leserin:

Hilfe, unsere Stadt Bitburg „ergraut“. Das kommt mir in den Sinn, wenn ich durch die Straßen vom Spittel über die Hauptstraße Richtung Liebfrauenkirche gehe. Vor allem der Petersplatz, für mich der ehemals schönste Platz der Stadt, ist zu einer grauen, seelenlosen Wüste geworden – inklusive einer, natürlich ebenfalls, grauen und gigantischen „Bücherlesevilla“.

Wenn es keine Baumspende von privat und grüne Deko durch die Gastronomiebetriebe gäbe, dann wäre alles noch trostloser rund um den Petersplatz! Interessanterweise müssen immer Bäume dran glauben, wenn städtebaulich in Bitburg etwas umgestaltet wird. Das ist allerdings leider auch in anderen Gemeinden so.

Am Petersplatz hatten die Linden angeblich keine „Nahrung“. In der Schakengasse mussten aktuell auch drei Bäume dran glauben, die laut Projektleiter Ralf Mayeres „überfällig“ gewesen seien. Das „Lichtraumprofil“, wovon ich vorher noch nie etwas gehört hatte, spielte wohl auch eine entscheidende Rolle, weshalb die Bäume gefällt werden mussten. Die Verkehrsteilnehmer müssen freie Sicht haben, und es dürfen keine Verkehrszeichen zuwachsen. Das habe ich jetzt mit Hilfe des TV und der Aussage des Projektleiters gelernt. Gut so, denn die Schakengasse ist ja auch ein Verkehrsknotenpunkt erster Güte in Bitburg.

Mir wird es nur ganz anders, wenn ich an den weiteren Verlauf der „grauen Stadtverbesserung“ denke. Schließlich geht die Sanierung ja noch weiter in Richtung Liebfrauenkirche. Da muss ja dann bestimmt auch erst einmal alles, was grün ist, dran glauben. An die Umgestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes mit seinen schönen alten Bäumen möchte ich lieber nicht denken. Wer weiß, ob die verschont bleiben.

Noch eine kurze Anmerkung zum Schluss: Die Menschen, die eine Stadt bewohnen, wollen sich darin vor allem einfach wohlfühlen und nicht die gerade aktuellen Ideen und Konzepte der Stadtplaner und Architekten umgesetzt sehen. Und zum Wohlfühlen gehören nun mal auch Bäume und andere Pflanzen.

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