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Zur geplanten Renovierung des Regino Gymnasiums meint dieser Leser:

Meinung : Zweierlei Maß bei den Schulen

Zur geplanten Renovierung des Prümer Regino-Gymnasiums meint dieser Leser

Beim Lesen des Artikels war ich doch etwas überrascht über die großspurige Wortwahl von Landrat Dr. Joachim Streit, so viel Geld für die Baumaßnahmen am Gymnasium zur Verfügung zu stellen. Haben unsere Politiker keine Demut mehr oder fehlt der Verstand beim Ankündigen von Projekten im Eifelkreis? Hier wird über Millionenkosten spekuliert, und es werden Versprechungen gemacht, aber keiner weiß anscheinend, wie sie finanziert werden sollen.

 Weder Mainz noch der Bund haben konkrete Zusagen zur Förderung der Maßnahmen gemacht, aber Dr. Streit spricht jetzt schon davon, dass ihm für die Bildung nichts zu teuer sei und somit Prüm auf jeden Fall eine der modernsten Schulen des Eifelkreises bekomme. Hoffentlich können die Verantwortlichen die Versprechen halten, nicht, dass es am Ende nach ewiger Wartezeit lange Gesichter gibt.

 Zudem sollten bei den großen Ankündigungen Fragen aufkommen, ob hier nicht etwa mit zweierlei Maß gemessen wird. Kürzlich erschien der Artikel „Tartan oder Tenne“ im TV, in dem es um die Gestaltung der Sportaußen­anlage der Bleialfer Realschule plus ging. Hier wurde sich für die billigste und unmodernste Lösung entschieden. Bleialf bekommt nun tatsächlich eine „niegelnagelneue“ Aschenbahn. Laut Kreisausschuss unter Leitung von Dr. Streit musste sich hier für die billigste Lösung entschieden werden, was Streits Aussage widerspricht: „Egal wie schlimm es finanziell kommt, bei Schulen wird nicht gespart.“ Ist Bleialf etwa keine „wertvolle Tochter“, sondern eher ein „Aschenputtel“? Muss man hier für die Bildung etwa nicht die moderne und teure Lösung aufbringen, vielleicht weil die Schule nicht so einen repräsentativen Standort hat oder etwa weil es sich „nur“ um eine Realschule plus handelt? Wir dürfen gespannt sein, ob, wie und wann es mit den Baumaßnahmen der „wertvollen Tochter“ und dem „Aschenputtel“ losgeht und wer dann die Kosten trägt. Fazit: Den Kindern gehört die Zukunft, da darf uns Nichts zu teuer sein.