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Geschichte: Anfänge des Massentourismus an der Mittelmosel

Geschichte : Anfänge des Massentourismus an der Mittelmosel

Neben dem Weinbau zählt der Fremdenverkehr heute ganz selbstverständlich zu den ökonomischen Säulen der Moselregion. Mochten auch schon die ersten englischen Touristen Mitte des 19. Jahrhunderts das idyllische Flusstal für sich entdeckt haben, so waren es bis nach dem ersten Weltkrieg – insbesondere auch an der Mittelmosel – zunächst fast ausschließlich die wenigen größeren Orte und Städte, die einen gewissen finanziellen Nutzen aus dieser langfristigen Entwicklung zogen.

Dass die Region insgesamt schlagartig zum beliebten Reiseziel abertausender Feriengäste avancierte (wobei der Urlauberstrom erst jetzt auch das kleinste Winzerdorf erreichte) ist – so die Ansicht des heimischen Historikers Dr. Christof Krieger – indes letztlich nichts anderes als ein Erbe des Dritten Reiches. Begünstigt durch den forcierten Wirtschaftsaufschwung nach 1933 und nicht zuletzt maßgeblich gefördert vom gigantomanischen Organisationsdrang des NS-Regimes habe sich der Fremdenverkehr erst in den kurzen Friedensjahren des „Tausendjährigen Reiches“ zu einer der entscheidenden wirtschaftlichen Grundlagen an der Mittelmosel entwickelt.
Mit ‚Kraft durch Freude‘ in den Kreis Bernkastel - Die Anfänge des Massen­tourismus an der Mittelmosel im Dritten Reich“, so lautet der Titel eines Vortrages, in dem Dr. Christof Krieger, Leiter des Mittelmosel-Museums in Traben-Trarbach, am Donnerstag, 6. Februar, im Barocksaal des St. Nikolaus-Hospitals/Cusanusstiftes in Bernkastel-Kues seine jüngsten Forschungen zur NS-Weinbaugeschichte an der Mosel vorstellen möchte.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.