| 14:49 Uhr

Meinung
Partizipation wird niedergetrampelt

Fusion

Zum Artikel „Flußbach zu Wittlich? Land sagt Nein“ (TV, 6. September) meint diese Leserin:Bei der Bürgerbefragung hatten 88,3 Prozent für die Zugehörigkeit zu Wittlich votiert und das bei einer Wahlbeteiligung von 75 Prozent der Wahlberechtigten. Eine solche Beteiligung zeigt das Engagement und das politisches Interesse der Bürger. Dass sich hier der Wille der Bürger zeigt, ist bei diesen Werten nicht zu verleugnen. Die Argumente des entsprechenden Gemeinderates sind überzeugend. Trotzdem werden diese Stimmen kurzum mundtot gemacht. Die Partizipation der Bürger wird einfach niedergetrampelt. Sonst beklagen sich immer wieder Politiker über mangelndes Interesse der Bürger. Bürger erschienen zu wenig zu Bürgerversammlungen, Wahlbeteiligungen seien zu niedrig in der Gesellschaft. Vor allem bei Jugendlichen, wird für mehr Bürgerbeteiligung geworben. Wenn man dann eine solche Abfuhr gegenüber einer solchen Partizipation erlebt oder mitbekommt, hat man genau den Grund, warum sich Menschen von der Politik abwenden und im Stich gelassen fühlen. Das Innenministerium ist ein perfektes Beispiel dafür, wie fern die „ranghöheren“ Politiker den Bürgern sind: Sie orientieren sich nicht mehr am Bürgerwillen, die Interessen sind ihnen fremd, weil es ihnen an der Partizipation an dem gesellschaftlichen Leben der Bürgergesellschaft fehlt und nicht wie oft angenommen, die Partizipation bei den Bürgern und Bürgerinnen fehle. Sie hängen zu sehr an ihren Idealen, Vorstellungen und Regeln, als dass sie auf die Bevölkerung zugehen würden. Warum politische Beteiligung zeigen, wenn diese ignoriert wird? Fazit: sich raushalten. Ich kann mich nur der Hoffnung des Ortsbürgermeisters Hans-Josef Drees anschließen, im Gespräch mit Innenminister Roger Lewentz ein Umdenken zu erreichen. Die Bürger und Bürgerinnen haben ihre politische Stimme erhoben, jetzt müssen die Politiker gemäß den Prinzipien der Demokratie diese erhören und auf diese eingehen.

Mirabella Müller, Traben-Trarbach