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Leserbrief um Artikel „Umzug: Fensterfirma und Bürgermeister streiten“

Leserbrief : Vergrault die Stadt Traben-Trarbach einen wichtigen Arbeitgeber?

Wirtschaft

Zum Artikel „Umzug: Fensterfirma und Bürgermeister streiten“ im TV vom 29. Juni diese Meinung:

Die Einlassungen des Traben-Trarbacher Ortsbürgermeisters Patrice Langer zeigen das seltsame Bild, wie ein dem Gemeinwohl verpflichteter Bürgermeister mit einem seiner Unternehmer umgeht, obwohl der ein wichtiger Arbeitgeber und Steuerzahler ist. „Wie ich in den Wald rufe, so schallt es zurück!“ sagt der Volksmund. Die Familie Weinstock ist schon einige Jahrzehnte lang auch Jagdpächter in einem gepflegten Revier mit einem artgerechten und angepassten Wildbestand. Dass zur Pflege und dem Erhalt des Waldes immer wieder Aufforstungen notwendig sind, ist eine allgemein bekannte Tatsache. Ein jahrzehntelang sorgfältig gepflegtes Jagd-Revier als „Zoo“ zu bezeichnen, das ist schon grenzwertig. Und wenn der bisherige Pächter dem Vernehmen nach ein Pacht-Gebot abgegeben hat, das zwar deutlich über seiner langjährigen Pachtsumme lag, das aber nicht das Höchstgebot war, wäre es dann nicht ein Gebot der Fairness gewesen, mit diesem zu sprechen und die Gelegenheit für ein Nachtrags-Angebot zu geben?

Üblicherweise steht in den Pachtbedingungen, dass sich der Verpächter auch das Recht der freihändigen Vergabe vorbehält. Die recht aggressiven Aussagen des Ortsbürgermeisters Langer zeigen allerdings, dass man die Unternehmerfamilie Weinstock nicht mehr haben wollte. Denn wenn eine angeblich ungenügende Abschussquote durch die bisherigen Pächter behauptet wird, so sollte auch die Frage beantwortet werden, warum die Jagd dann jetzt an einen weit entfernt wohnenden EU-Bürger verpachtet wurde? Dieser kann schon alleine aufgrund der räumlichen Entfernung keine Gewähr dafür bieten, dieses Revier wirklich zu pflegen und das Wild zu hegen.

Müssen wir also der Stadtverwaltung eine unternehmerfeindliche Haltung unterstellen? Da ist es dann für ein Unternehmen wirklich an der Zeit, einzupacken und an anderer Stelle Arbeitsplätze und Gewerbesteuer anzubieten. Viele Gemeinden rollen solch wichtigen Unternehmen den „roten Teppich“ aus.