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Leserbrief zum geplanten Gewerbegebiet Maring-Noviand

Ihre Meinung : Kreative Ideen entwickeln

Raumplanung

Zu den Berichterstattungen zum Gewerbegebiet Maring-Noviand (TV vom 29. Januar und 5. Februar) schrieb uns Sabine Becker aus Maring-Noviand:

Dem Leser wird suggeriert, dass das Gewerbegebiet gewünscht und gewollt ist. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die zwingende Grundvoraussetzung, nämlich die Zuweisung der Funktion Gewerbe im Regionalplan, noch gar nicht genehmigt. In der ersten Runde der Bürgerbeteiligung gab es bereits mehr als 300 kritische Stellungnahmen und Einwände gegen den geplanten Flächennutzungsplan der VG. Die zweite und wichtigere Offenlegung mit Bürgerbeteiligung steht noch aus. Man sollte meinen, dass zumindest dies Anlass für eine selbstkritische und offene Diskussion wäre. „Wir ziehen das durch!”, zeigt, dass Ratsmitglieder an den Befürchtungen und Meinungen der hier lebenden Menschen völlig uninteressiert sind. Bei einer Online-Petition haben sich 918 Menschen gegen das geplante Gewerbegebiet ausgesprochen, damit wurde das sogenannte Quorum erreicht.

Die deutliche Abwahl der Pro-Gewerbegebiets-Fraktionen 2019 (Liste Zukunft heute sieben Sitze – verloren zwei plus  Bürgermeister,  Liste BI derzeit drei – verloren ein Sitz, Liste Becker sechs Sitze –  gewonnen drei plus Bürgermeister)  sollte ein weiteres deutliches Signal der Wähler gegen das Gewerbegebiet sein. Dennoch versuchen Ratsmitglieder, das Projekt im Eiltempo voranzubringen. Kommunalpolitiker, die bis dahin 15 Jahre  mit absoluter Mehrheit im Rat die Zeichen der Zeit nicht genutzt  haben, fordern hier mehr Tempo? Für das Denken in allen Richtungen war genügend Zeit, um Ideen zu entwickeln, die unsere Gemeinde voranbringen. Eine vergeudete Zeit.

Statt jetzt Schnellschuss-Lösungen nachzuhängen, sollte die Suche nach kreativen Lösungen oberste Priorität haben. Kreative Menschen in unserer Gemeinde gibt es genug. Warum einseitig denken? Einfache und schnelle Lösungen in unserer komplizierten Welt sind langfristig nicht der beste Weg. Wir sollten langsam umdenken und ganz neue Wege gehen – weg von diesem Tunnelblick.

Wachstum muss neu definiert werden – nicht quantitativ, sondern qualitativ. Wir haben in unserer Gemeinde eine hohe Lebensqualität, die sollte man nicht aufs Spiel setzen und unsere intakte Landschaft vermurksen.

Maring-Noviand ist eine lebendige Gemeinde, die Finanzen sind mehr als in Ordnung – wir haben alles, was nötig ist, um hier gut und gerne zu leben.