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Leserbrief Naturschutz
Nachvollziehbare Entscheidung

Naturschutz

Zum Artikel „Illegaler Kahlschlag in Andel“ im TV vom 25. August meint dieser Leser:

Als Bürger vom Wein- und Ferienort Lieser und „Anlieger mit Moselblick“, möchte ich dem Ortsvorsteher von Andel, Herr Kröhner mein vollstes Verständnis aussprechen, für die mutige, aber nachvollziehbare Entscheidung, den Uferbereich in Andel zu roden. Leider wurde diese Rodung wohl etwas unfachmännisch ausgeführt, was aber auch der einzige Kritikpunkt für diese Maßnahme sein kann. Ich kann beileibe nicht nachvollziehen, warum diese wild wuchernde Ufervegetation entlang der Mosel geschützt sein soll. Im Frühjahr verursacht dieser Wildwuchs, überwiegend mit Weiden, über Wochen hinweg einen Pollenflug ähnlich einem Schneegestöber.

Nach einem Hochwasser bleibt das Treibgut an den Sträuchern und Bäumen hängen, das dann in tagelanger Arbeit, von den sowieso überlasteten Gemeindearbeitern, entfernt und entsorgt werden muss. Am Fahrradweg direkt an der Mosel entlang, beschädigen die Wurzeln teilweise den Belag.

Hier entsteht eine nicht unerhebliche Unfallgefahr! Auch durch abbrechende Äste bei einem Sturm. Die Frage ist, wer hierfür aufkommen muss!

Der Uferbewuchs mit wildwachsenden Bäumen und Sträuchern ist von den Anliegern und Touristen nicht gewünscht. Immerhin werben die Vermieter von Hotels und Ferienwohnungen mit Moselblick, und die Gäste wollen auch den Blick auf die Mosel genießen. So wie die Uferpromenade in Kues und Wehlen vorbildlich gepflegt und freigeschnitten ist. In Lieser wurde jahrelang das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Bernkastel-Kues gebeten, im Ortsbereich die Vegetation am Ufer der Mosel freizuschneiden, bis vor zwei Jahren einige Bäume gefällt beziehungsweise geschnitten wurden. Meiner Meinung nach, lange nicht in ausreichendem Umfang.

Wenn das WSA den alleinigen Anspruch für die Hege und Pflege der „geschützten Vegetation“ für sich beansprucht, ist das ja in Ordnung. Nur dann müssen Sie es auch tun!

Gerhard Mehn, Lieser