Leserbriefe : Christliche Einrichtung muss an ihren Werken erkennbar sein

Gesundheitsversorgung

Zur Situation am Gerolsteiner Krankenhaus, unter anderem thematisiert im Artikel „Rettungsdienst im Gerolsteiner Land: Eine Zwischenlösung soll schnell her“ (TV, 1. März) äußert sich Daniela Peters aus Birresborn:

Als ehemalige Mitarbeiterin und langjährige niedergelassene Ärztin war ich dem Krankenhaus Gerolstein immer eng verbunden. Der aktuelle Niedergang macht mich traurig und wütend. Traurig, weil man wieder einmal hochqualifizierte Chefärzte wie Dr. Rittich und Dr. Leffler gehen lässt.

Wütend, weil man dem rücksichtslosen, menschenverachtenden, respektlosen, scheinheiligen Verhalten eines Krankenhausträgers, der den Begriff „christlich“ in schändlichster Weise missbraucht und sein Leitbild mit Füßen tritt, offenbar nichts entgegensetzen kann –  trotz zahlreicher Bemühungen lokaler Politiker.

Das St.-Elisabeth-Krankenhaus Gerolstein war stets ein kleineres, aber „feines“ Krankenhaus, genoss –  besonders dank seiner überragenden langjährigen Chefärzte, Dr. Esten (Innere) und Dr. Conradi (Chirurgie), einen – menschlich wie fachlich  – hervorragenden Ruf!

Internistisch setzte Dr. Rittich diese Tradition fort, in der chirurgischen Nachfolge gab es Höhen und Tiefen. Durch Dr. Leffler gab es jedoch wieder einen erfreulichen Aufschwung, der durch das systematische „Ausbluten“ der Gerolsteiner  Chirurgie zugunsten des Standorts Bitburg brutal ausgebremst wurde.

Der bevorstehende Weggang von Dr. Rittich dürfte ebenfalls den schlechten „Rahmenbedingungen“ geschuldet sein.

Damit ist der Niedergang der „Inneren“ besiegelt.

Einen Ersatz für einen derart engagierten, fachlich und menschlich ausgezeichneten Chefarzt ist nicht zu finden. Wo will man in der heutigen Zeit für ein solches Krankenhaus einen adäquaten Nachfolger herbeizaubern?

Als Hausärztin/Hausarzt schaut man sehr genau hin, wem man seine Patienten anvertraut. Man wird sie keinesfalls  in ein Krankenhaus minderer Qualität einweisen, um dessen Erhalt zu sichern. Die traurige Abwärtsspirale wird weitergehen.

Besonders betroffen macht mich der Weggang von Dr. Rittich,  einem Arzt, dem ich persönlich bei der Betreuung meiner Patienten sehr, sehr viel zu verdanken habe, und durch dessen herausragenden Einsatz im Corona-Schwerpunktkrankenhaus die Zahl der Todesopfer bisher gering blieb.

Es ist sehr betrüblich, dass ein Träger diesen unermüdlichen - unter Missachtung seiner eigenen Gesundheit -  beispiellosen Einsatz nicht honoriert.

Leider wird das jetzige Niveau der St. Marienhaus GmbH auf schonungslose Weise erkennbar.