Leserbriefe : Nackte Haut im Sport: Wo sind wir hingekommen?

Olympische Kleiderordnung

Zu Artikel „Kurze Höschen, große Empörung: Streit um nackte Haut beim Sport“und „Kampf ums Wohlfühlen“ (TV vom 29. Juli):

Im antiken Olympia traten die Athleten nackt an. Es waren allerdings nur junge Männer, Frauen waren keine zugegen (ungerecht, oder?!). Im heiligen Hain taten zwar Priesterinnen Dienst, aber sie durften ihren Tempel nicht verlassen.

Dabei blieb ihnen vielleicht auch einiges erspart ... Heute spielen die Damen-Beach-volleyball-Nationalteams (unselige Entscheidung, diese Sportart olympisch zu machen) im Bikini – wie übrigens seit Atlanta 1996.

Eigentlich also seit 25 Jahren alles im grünen Bereich. Aber nach neuer Lesart heißt das: „Alarmstufe Rot!“. Dabei haben wir doch aus dem antiken Olympia gelernt, dass da noch eine „Steigerung“ möglich ist – vielleicht mit „Zwischenstufe“ String-Tanga 2024 – hatten wir noch nicht.Oder habe ich etwas verpasst? Oder habe ich wieder einmal — typisch Mann — nichts, aber gar nichts verstanden? Wo sind wir hingekommen, dass einige wenige so ziemlich alles skandalisieren, nur noch einseitig betrachten und, wenn überhaupt einmal „differenziert“, dann nur schwarz-weiß und mit vorschnellen Verurteilungen.

Humor? Gelassenheit? Anderen Meinungen Raum geben? Das war gestern. Armes Deutschland, arme moderne Welt! 


Auf der Titelseite des TV fand man am 29. Juli den Artikel zum Thema „Bikinihöschen beim Beachhandball“. Mich erstaunt die „rasante“ Geschwindigkeit, mit der der TV dieses Thema präsentiert. Das Magazin der Süddeutschen Zeitung beschäftigte sich schon am 20. Juli damit.

Dies zeigt, dass der TV, unsere regionale Tageszeitung, sich nicht immer am Puls der Zeit befindet. Oder kann man bei sexistischen Themen langsamer reagieren und hoffen, dass sie durch Zeitvergehen verschwinden?