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Gesundheit: Mal hü, mal hott

Gesundheit : Mal hü, mal hott

Zur Berichterstattung über die Corona-Pandemie, insbesondere zur Diskussion um den Lockdown, schreiben Arno Strobel und Oliver Ansorge:

Liebe Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten, ich habe es so satt, dass ich selbst als Autor kaum noch Worte finde, meinen Ärger über Sie auszudrücken. Was zum Teufel ist denn mit Ihnen los? Sie wissen doch, was in unserem Land gerade passiert. Sie bekommen die täglichen Zahlen der Neuinfizierten und der an oder mit Corona Verstorbenen vom RKI doch als Erste auf den Tisch und sehen, dass gehandelt werden MUSS.

Hinter jeder einzelnen dieser Zahlen stecken Schicksale. Tödliche Dramen, die unzähligen Familien großes Leid zufügen. Und Sie, die auch von diesen Menschen gewählten Politiker? Eiern ein ums andere Mal als trotzige Einzelkämpfer am vorgeblich gemeinsamen Tisch sitzend herum und beharren auf Ihrem Standpunkt. Mal hü, mal hott. Weihnachten auf, Weihnachten zu. Weihnachtsferien verlängern, nein doch nicht. Und, und, und.

Was soll das? Was hält sie – trotz Föderalismus – davon ab, einen für alle verbindlichen, einheitlichen Fahrplan für ganz Deutschland festzulegen, der nichts anderem als dem Wohl und der Gesundheit aller Bürgerinnen und Bürger verpflichtet ist? Was? Ist es Ihr Ego? Das Bedürfnis, besonders hervorzustechen mit Ideen zu Super-Light-Versionen von wirklich sinnvollen Schritten wo es Ihnen opportun erscheint, und immer härteren Maßnahmen, wo das Wahlvolk voraussichtlich diese Schritte mit dem nächsten Stimmzettel honorieren wird? Ist das Ihre Auffassung von der Aufgabe, mit der wir Sie betraut haben? Dass es dabei um Sie geht? Ich kann Ihnen versichern, meine ist es nicht.

Meine Idee von Ihrer Aufgabe ist, dass Sie von jetzt an nichts anderes mehr tun, als Tag und Nacht (virtuell) zusammenzusitzen und die Köpfe rauchen zu lassen, dass Sie diskutieren und sich streiten, wie das einer Demokratie würdig ist und dann eine gemeinsame, mehrheitliche Lösung akzeptieren und für die ganze Republik als verbindlich erklären, wie es dem Wesen einer Demokratie entspricht. Und dass sie erst dann wieder auseinandergehen, wenn Sie das erreicht haben, denn das und nichts anderes ist in diesen Tagen Ihre dringlichste Aufgabe. Von eben diesen, Ihren Entscheidungen hängen Menschenleben ab.

Ja, vielleicht ist es nötig, an diesem einen Weihnachten auf ein Beisammensein zu verzichten, und ja, vielleicht müssen für einen bestimmten Zeitraum wirklich alle Geschäfte, Dienstleister und Betriebe bis auf die absolut lebensnotwendigen schließen. Vielleicht ist es auch nötig, Ausgangssperren zu beschließen und dafür zu sorgen, dass diese durchgesetzt werden. Aber tun Sie es, und tun Sie es gemeinsam, einheitlich, in ganz Deutschland. Ich bin überzeugt davon, die Akzeptanz wird letztendlich größer sein als die unentwegte Demonstration Ihrer Uneinigkeit, Ihrer Unentschlossenheit und dem Treffen von halbherzigen Entscheidungen, die wegen mangelnder Nachvollziehbarkeit und Wirkungslosigkeit willkürlich erscheinen.

Ob ich bei all der Wut über Ihr Agieren eine Patentlösung für das Dilemma parat habe? Nein, die habe ich nicht. Aber das muss ich auch nicht, denn es ist Ihr Job, eine Lösung zu finden, nicht meiner.

Sie dürfen sich gerne auch kritisch über meine Bücher äußern, ich werde trotzdem nicht von Ihnen erwarten, einen besseren Thriller zu schreiben.

Arno Strobel, Tawern

Warum nehmen wir uns nicht China als Vorbild? Die Chinesen haben es vorgemacht! Warum folgen wir nicht ihrem Beispiel und machen einen richtigen Lockdown? So lange, bis die Zahlen so weit gesunken sind, dass uns das Coronavirus nichts mehr anhaben kann! Ein Lockdown, in dem alles, ausgenommen ärztlicher Versorgung und Lebensmittelversorgung, auf null gefahren wird.

Mit Ausgangssperren. Raus darf nur, wer zum Arzt muss oder etwas zum Essen einkaufen muss. Und das auch nur im näheren Umfeld, in seinem Wohnbezirk. Wer in Quarantäne ist, sollte überwacht werden, dass diese auch eingehalten wird. Essen und trinken kann von Spezialkräften an diesen Personenkreis verteilt werden. Die Grenzen sollten zugemacht werden. Es kommt keiner ins Land und es darf keiner raus. Ausnahmen nur aus sehr wichtigen Gründen mit negativen Corona-Tests und Quarantäne! Meine Frau und ich möchten gerne wieder rausgehen, einkaufen, in Urlaub fahren, ohne Angst zu haben, uns zu infizieren und ohne Einschränkungen. Ich bin davon überzeugt, dass die ganze Bevölkerung sich das wünscht. Das funktioniert nur mit einem Voll-Lockdown. Wir müssen einfach mal die A...backen für ein paar Wochen zusammenkneifen und dem Virus keine Chance geben, sich zu vermehren.

Meine Frau ist Chinesin und verfolgt fast täglich die Nachrichten aus ihrer Heimat. Dort geht fast alles wieder seinen gewohnten Gang. Die Wirtschaft boomt, die Menschen verreisen in ihrem Land. Feiern wieder, gehen essen, weil sie vorher konsequent die Regeln eingehalten haben und einen Voll-Lockdown hatten. Wir würden gerne wieder die Familie (Eltern, Geschwister) meiner Frau, die ja auch meine Familie ist, in China besuchen. Aber China lässt noch keine Besucher oder Urlauber in das Land. Sondern nur Menschen, die aus beruflichen Gründen dort tätig sind und nur mit negativem Corona-Test und zusätzlicher Quarantäne. Diese Auflagen werden wohl erst beendet werden, wenn weltweit die Pandemie überstanden ist.

Oliver Ansorge, Mertesdorf