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Marian Modemann: Wie weit können Sanktionen gehen?

Leserbrief : Wie weit können Sanktionen gehen?

Ukraine-Krieg

Zu den Artikeln „Ist Verzicht auf russische Kohle nur der Anfang?“ (TV vom 7. April), „Wie Kriegsverbrechen bestraft werden sollen“ (TV vom 6. April) und anderen Texten:

Seit Putins Russland die Ukraine überfallen hat, verhängen die westlichen Staaten Sanktionen gegen den Agressor Russland. In der EU gibt es da Diskussionen darüber, wie weit diese gehen können. Gas, Erdöl müssen weiter fließen. Wir haben uns bei diesen Importen ganz stark von Russland abhängig gemacht.

Diese Abhängigkeit zu kappen, gar aufzuheben ist kaum, gar nicht möglich. Würde da der Gewinn, Profit einiger geringer ausfallen? Politiker winden sich in ihren Statements hierzu extrem. Natürlich ist man grundsätzlich dafür. Aber... man stelle sich vor, ganze Firmen, Konzerne müssten sofort schließen. Tausende, Millionen Arbeitsplätze wären weg, und so weiter.

Jetzt sind Kriegsverbrechen bekannt geworden. Was machen wir nun? Sanktionen verschärfen? Sprit noch teurer werden lassen? Sprit sparen? Womöglich durch Geschwindigkeitslimit? Ist so etwas für uns zumutbar? Keine Freiheit, auf der Autobahn mal 200 Stundenkilometer zu fahren? Ist das uns zuzumuten? Gott sei Dank machen sich unsere Politiker Gedanken und formulieren diese resolut flexibel. Ein Beispiel zur Sanktionspraxis: Es wurde bekannt, dass „Ritter Sport“ weiterhin nach Russland exportiert. Nach Bekanntwerden dieses Geschäfts kündigt das Unternehmen an, einen Teil des Gewinns zu spenden. Zu spenden wofür?  Mir fällt da einiges ein. Aber es ist besser, ich sage nichts mehr.