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Martina und Michael Schmitz zum Gewerbegebiet in Maring-Noviand

Natur : Einzigartige Landschaft verdient höchsten Schutz

Gewerbegebiet

Zum Leserbrief: „Gute Gründe zählen“ zum geplanten Gewerbegebiet in Maring-Noviand vom 26. März schreiben Martina und Michael Schmitz:

Der in Teilen des vorgesehenen Gebietes genehmigte Kiesabbau gehört rechtlich zur Landwirtschaft, denn zwingend vorgeschrieben ist eine vollständige Renaturierung nach Nutzung. Der Abbau darf zudem nur nach und nach erfolgen. Es handelt sich bei dem Kiesabbau nicht um einen „Schandfleck in der Landschaft“, sondern um eine vorübergehende nicht landwirtschaftliche Nutzung. Eine weitere landwirtschaftliche Nutzung ist nach erfolgtem Abbau problemlos wieder möglich.

Die als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesenen Flächen sind von erheblichem Wert für die Artenvielfalt und den Naturschutz, vor allem wegen der hier bestehenden und erdgeschichtlich einmaligen Formationen der Moselumlaufberge und vor allem auch für die Erholung der Bürgerinnen und Bürger.

Bei dem geplanten Vorhaben handelt es sich schon allein wegen der vorgesehenen enormen Größe von 68 Hektar nicht um ein Gewerbegebiet im üblichen Sinn – wie man es von Dorfrändern kennt, sondern um ein Gebiet für produzierendes, das heißt auch „industrielles“ Gewerbe mit den daraus resultierenden Umweltbelastungen.

Maring-Noviand ist eine Winzer- und Fremdenverkehrsgemeinde innerhalb einer gesunden, ökologisch reichen, vielfältigen und überaus reizvollen Landschaft. Das vorgesehene Gewerbegebiet würde das Landschaftsbild unrettbar zerstören, die vielen dort verlaufenden bedeutenden Wanderwege unattraktiv machen und vermutlich auch die Grundstücks- und Immobilienwerte schädigen. Unsere Region wird schon lange als attraktives Fremdenverkehrsgebiet beworben, der Tourismus ist erwiesenermaßen ein wichtiges Standbein unseres ländlichen Raumes. Nicht ohne Grund leben wir in einer Wein-Kulturlandschaft, SIE ist der Spiegel unserer Gesellschaft.

Die von den beteiligten politischen Gruppen getroffenen Absprachen und Entscheidungen hinken der realen modernen Entwicklung weit hinterher. Es geht doch generell um mehr Umweltschutz, mehr Landschaftserhaltung, mehr Ökologie, um sanften Tourismus, Klimaverträglichkeit, Verhinderung von Bodenversiegelung und der daraus resultierenden Beeinträchtigung des ohnehin immer fragiler werdenden Wasserhaushaltes, nicht um fragwürdige und kurzfristige finanzielle Vorteile.

Unsere einzigartige Landschaft mit den Moselumlaufbergen, die es nur hier und nirgends sonst im Moseltal gibt, verdient höchsten Schutz.