1. Meinung
  2. Leserbriefe

Gesundheit: Medial angeheizte Hysterie

Gesundheit : Medial angeheizte Hysterie

Zum Artikel „Warum Deutschland eine Impfpflicht braucht“ (TV vom 1. Februar) schreibt Klauspeter Bungert:

Die Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in allen Ehren – aber sind sie das wert, was sie vorspiegeln? Und sind sie eine ausreichende Basis, einen Impfzwang in Deutschland einzuführen mit all seinen Überwachungs-, Bespitzelungs-, Bevormundungs-, Ausgrenzungs- und Diffamierungsfolgen?

Man kann – und toi toi toi darf noch! – aus subjektiv oder objektiv guten Gründen der Überzeugung leben, dass nicht akut notwendige Eingriffe in den Organismus die Reifung des (kindlichen) Immunsystems beeinträchtigen können. Was sagen Zahlen über einzelne Erkrankungen überhaupt aus, wenn Kofaktoren keine Berücksichtigung finden? Werden etwa Fälle von Hauterkrankungen, Asthma, Mittelohrentzündung gegengerechnet? Gibt es Zusammenhänge zwischen verschiedenen Symptombereichen? In den USA soll ein hoher Prozentsatz der Minderjährigen bereits an chronischen Erkrankungen verschiedener Art leiden, und auch der Gesundheitszustand unserer Kinder muss, wenn man Lehrern und Erziehern folgen darf, gegenüber meiner Zeit gelinde gesagt fragil sein. Ich, meine Verwandten und meine Schulkameraden waren gegenüber heutigen Durchschnittskindern aber nahezu ungeimpft.

Auch der Grundsatz, dass sich immer nach dem schwächsten Glied gerichtet werden müsse, zieht nicht. Würde er gelten, würde nicht milliardenfach täglich in Gestalt der Emissionen allein aus dem weltweiten Verkehrsaufkommen verstoßen.

Ungeimpfte laufen entgegen den Unkenrufen der Panikmacher nicht als biologische Kampfwaffen herum. Und selbst wenn sie es täten, wäre es auch nicht panikverdächtig.

Ich mache mir ernsthaft Sorge über die Folgen der immer wieder medial angeheizten Impfhysterie. Deshalb habe ich in Berlin angefragt und von den Grünen folgende Auskunft bekommen (in Auszügen): „Impfungen sind ein wichtiges Vorsorgeinstrument, um Krankheiten zu verhindern. Das Hauptargument dafür ist, Kinder und Erwachsene vor dem Risiko zu schützen, durch Infektionen dauerhafte Gesundheitsschäden davonzutragen oder sogar zu sterben. [...] Wir haben aber in Deutschland aus guten Gründen keine Impfpflicht. Impfungen sind stets mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden, zu deren Inkaufnahme niemand gezwungen werden kann.“

Klauspeter Bungert, Trier