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Militär: Mehr Selbstbewusstsein, bitte!

Militär : Mehr Selbstbewusstsein, bitte!

Zum Artikel „Für die Airbase Spangdahlem könnte es eng werden“ (TV vom 10./11. Juni) schreiben Jürgen Steinhauser und Hermann Land:

Nach den zahlreichen Aufkündigungen internationaler Abkommen durch den amerikanischen Präsidenten war es ja nur noch eine Frage der Zeit, wann es auch für Spangdahlem eng werden könnte. Nun trifft die Willkür des Präsidenten ausgerechnet den Stützpunkt, den unsere regionalen Politiker stets für strategisch äußerst wichtig hielten.

Ironie des Schicksals ist es dabei wohl auch, dass der aktuelle Stabschef der Air Force vor 15 Jahren selbst Kommandant in Spangdahlem war. Nun muss auch er den Anweisungen seines Oberbefehlshabers Folge leisten.

Sicherlich geht mit diesem möglichen Teilabzug ein Teil der wirtschaftlichen Kaufkraft für unsere Region verloren. Schade, dass eigentlich nur sie immer vorrangig im Interesse unserer Politiker stand.

Verschwinden würden aber auch ein Teil gröbster Umweltverschmutzungen in öffentlichen Gewässern, enorme Lärmbelästigungen zu allen Tages- und Nachtzeiten, Gefahren für die Menschen der Region bedingt durch Flugzeugabstürze und den daraus resultierenden Folgen gravierender Bodenvergiftungen.

Ich bin davon überzeugt, dass diese möglichen Verbesserungen die eventuellen wirtschaftlichen Nachteile bei weitem überträfen und den Menschen in der Eifel von großem Nutzen wären.

Optimal wäre es, wenn der Präsident beim Teilabzug nicht vergessen würde, auch seinen seit mehr als 50 Jahren in Büchel lagernden Unrat mit nach Hause zu nehmen.

Deutschland wäre ihm dafür sehr dankbar.

Jürgen Steinhauser, Speicher

Die USA wollen nun also doch Truppen aus Deutschland abziehen. Wundert das noch jemanden? Bei dem, was dieser Präsident seit langem von sich gibt?

Ich frage mich nur: Wo sind die deutschen Politiker, die Bundestagsabgeordneten, die hier einmal Paroli bieten? Wir sind auch ein stolzes Land, mit großartiger Kultur, exzellenten Fachkräften und einer starken Wirtschaft. Oftmals habe ich den Eindruck, dass wir vertreten werden als wären wir ein Entwicklungsland, das um Almosen bittet.

Wenn die USA ihre Truppen abziehen wollen, sollen sie es tun. Dann sollten sie aber nicht vergessen, die restlichen Truppen aus Spangdahlem auch mitzunehmen. In Kaiserslautern, in Ramstein sind noch weitere, die sollten dann vielleicht auch aufgefordert werden, sich einen anderen Standort zu suchen. Es glaubt wohl keiner, dass im Fall einer Gefährdung Unterstützung von den USA für die Nato kommt. Lasst uns androhen, aus der Nato auszutreten und ein eigenes europäisches Verteidigungssystem aufzubauen! Mit Waffen aus Europa, mit europäischer Technologie, nicht aus Amerika. Das schafft zudem Arbeitskräfte, die wir durch den Abzug der US-Truppen benötigen. Keine Aufträge an die amerikanische Rüstungsindustrie, um Flugzeuge für die Bundesrepublik zu kaufen. Lasst uns zeigen, dass wir ein stolzes Volk sind und betroffene Bürger unterstützen, wie in der Corona-Krise!

Ob wir das wirklich alles wollen, steht auf einem anderen Blatt. Aber einmal deutlich zu sagen, dass es Alternativen gibt, sollte möglich sein. Nicht immer nur jammern und wehklagen, wenn aus den USA Drohungen kommen.

Übrigens, teures Flüssiggas aus den USA, das in europäischen Häfen gelöscht wird, die mit unseren Steuergeldern genau für diesen Zweck erweitert werden, brauche ich nicht. Auch wenn unser Wirtschaftsminister davon schwärmt. Nord Stream 2 ist hier eine gute Wettbewerbsalternative zu „America First“. Selbstsicher reagieren und stark argumentieren, konstruktive Ideen einbringen ist das Gebot der Stunde.

Hermann Land, Newel