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Militär: Mehr Verständnis, mehr Solidarität

Militär : Mehr Verständnis, mehr Solidarität

Zum Leserbrief „Groteskes Machtgebaren“ über Verteidigungspolitik (TV vom 17./18. Februar) schreibt Peter Tries:

In der Zuschrift werden, wie allzu oft, Sehnsüchte, Ideale und Träume mit der rauen Realität verwechselt. In nahezu allen Kulturen zu aller Zeit der Menschheit fand man Befestigungen und Waffen. Die Römer wussten: „Willst Du den Frieden, halte Dich kriegsbereit!“ Selbst das Indien des Mahatma Gandhi verfügt heute über Atomwaffen. Und plötzlich soll das alles anders sein? Wollen wir wirklich ein Experiment „ohne Waffen“ wagen, aus dem es kein Zurück mehr geben wird?

Die Geschichte zeigt reichlich, was mit schlecht bewaffneten Völkern passiert! Wollen wir wirklich Zustände wie auf der Krim, der Ukraine oder gar in Russland haben? Wenn aber schon Waffen sein müssen, dann doch jedenfalls der Bedrohung angemessen. Die Messlatte dazu ist für uns in der gegenseitigen Verpflichtung der Bündnispartner der Nato festgelegt. Oder wollen wir da austreten? In der Nato liegen wir mit unserer Bewaffnung keineswegs vorne, sondern eher weit hinten. Die Bündnispartner nehmen uns allmählich nicht mehr ernst. Ihr Wille, uns auf ihre Kosten und Menschenleben zu verteidigen, nimmt erkennbar ab. Das Bündnis als Ganzes wird geschwächt. Unsere Soldaten werden mit unzureichender Bewaffnung einer erhöhten Bedrohung ausgesetzt, die Soldaten unserer Bündnispartner so nicht haben. Um dies alles abzuwenden, abzumildern oder zu beheben braucht es entsprechendes Handeln der Verantwortlichen. Das allein reicht aber nicht: Eine Verteidigung kann nur so stark sein, wie sie von ihrer Bevölkerung gestützt wird. Wir müssen dringend deutlich mehr Verständnis und Solidarität für die Aufgaben und das Handeln unserer Verteidigung entwickeln.

Peter Tries, Kinheim