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Leserbrief: Meinungsfreiheit im Sinne von Mark Twain

Leserbrief : Meinungsfreiheit im Sinne von Mark Twain

Corona-Demos

Zu: „Wer steckt hinter den Montagsaufmärschen?“ (TV vom 21. Januar):

Landtagsabgeordnete werfen Kritikern der Corona-Maßnahmen vor, gemeinsam mit Rechtsradikalen zu demonstrieren. Der Grünen-Parlamentarier von Heusinger bekundete: „Man demonstriert nicht mit Nazis.“ Tatsache ist, dass Rechtsradikale versuchen, die Protest-Demos für ihre Zwecke zu nutzen. Die Mehrheit der Demonstranten hat mit diesen Rechten nichts zu tun, und die Mittel, sich gegen Demo-Teilnehmer aus der rechten Szene zu wehren, sind für friedliche Teilnehmer sehr begrenzt. Wer friedlichen Demonstranten unterstellt, sie würden sich mit Teilnehmern aus der rechten Szene gemein machen, gießt Öl ins Feuer und will meiner Meinung nach Andersdenkende mit dem Mittel der Rechts-Etikettierung mundtot machen.Seit Jahren nehmen wir es hin, dass es bei den „Demos“ zum 1. Mai in Berlin oder Hamburg zu Gewaltorgien kommt, bei denen Polizisten verletzt und Straßenzüge verwüstet werden, während friedliche Kritiker der Corona-Maßnahmen in die Ecke von Staatsfeinden gestellt werden. Eine Demokratie lebt von Meinungsvielfalt.

Ich empfinde es als Schande, wenn in einem Land mit einer SPD-geführten linksliberalen Regierung, die mit dem Ziel angetreten ist, den gegenseitigen Respekt in der Gesellschaft wiederherzustellen, Andersdenkende derart diffamiert werden und die Meinungsfreiheit zunehmend im Sinne des Satzes von Mark Twain verstanden wird: „Wir schätzen die Menschen, die frisch und offen ihre Meinung sagen – vorausgesetzt, sie meinen dasselbe wie wir.“