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Fußball: Mentale Rettungsanker

Fußball : Mentale Rettungsanker

Zur Berichterstattung über die Fußball-Nationalmannschaft und Bundestrainer Joachim Löw schreibt Siegfried Skilwies:

Langsam löst sich die Schockstarre nach der 0:6-Blamage gegen die stolzen Toreros aus Spanien. Wenn Bastian Schweinsteiger als Kommentator der ARD in diesem Spiel der beste Akteur in einer „Equipe Desaströs“ war, ist dies ein schonungsloses Zeugnis mit der Bemerkung „Versetzung gefährdet“ für den augenblicklichen Zustand der Nationalmannschaft.

Um es mit einer Portion Ironie zu sagen: Einzig positiv war, wie die Mannschaft im Abwehrverhalten als „Botschafter für die Einhaltung der Abstandsregel“ in diesen schwierigen Zeiten aufgetreten ist.

Aus meiner Sicht sollten immer die aktuell formstärksten Spieler das Trikot mit dem Adler auf der Brust im anstehenden Spiel tragen. Dazu gehört eventuell auch im Trainerstab der Sprung über den eigenen Schatten und die Nominierung von Akteuren, die, insofern das Potenzial stimmt, schon am Horizont das Schild mit der Aufschrift Fußball-Rente erblicken können und sich bereits im Status ausgemustert befinden.

Jetzt werden, denke ich, Führungsspieler mit Selbstvertrauen als mentale Rettungsanker für die am Boden liegenden jungen Wilden gebraucht. Einer meiner Trainer hat mal in einer Mannschaftsbesprechung gesagt: „Zu alt zum Fußballspielen? Das ist keine Option, es zählt die Leistung!“ Wahre Worte.

Ich wünsche den Verantwortlichen des DFB eine gute Hand bei ihren Personalentscheidungen und viel Erfolg für das Länderspieljahr 2021. Abschließend möchte ich Sepp Herberger zitieren: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“ Hoffe, sie bekommen es irgendwie hin.

Siegfried Skilwies, Pluwig