Militär

Zur Berichterstattung über den Absturz des Bundeswehr-Tornados in der Eifel (TV vom 18./19. Januar):

Beinahe-Katastrophe für die Eifel? Der mehrseitige Bericht über den Absturz eines Tornado-Kampfjets bei Büchel ist meines Erachtens "reißerisch". Als ehemaliger Standortpfarrer auch für den Fliegerhorst Büchel möchte ich anmerken: 1. Obwohl ich keinen Zutritt zum Munitionslager hatte, gehe ich davon aus, dass die seinerzeitige Lagerung taktischer Atomwaffen so konstruiert war und ist, dass der Absturz eines Starfighters (oder heute eines Tornados) keine atomare Katastrophe in der Eifel auslösen kann. 2. Mir missfällt grundsätzlich, wenn bei der Berichterstattung über den Absturz eines Düsenjägers die Kosten der Maschine besonders betont werden, während beiläufig erwähnt wird, dass "nur ein Pilot leicht verletzt" ist. Angemessener fände ich eine solche Meldung: "Beim Absturz eines Kampfjets in XX sind keine Menschen zu Schaden gekommen. Lediglich ein Besatzungsmitglied wurde leicht verletzt." Dass ein Absturz schwere Umweltschäden anrichtet, gilt für alle Fluggeräte, nicht nur für Militärflugzeuge. 3. Wenn ich während meiner Zeit in Büchel Leute sah, die sich außerhalb des Flugplatzbereiches leichtfertig im Anflug- oder Abflugbereich der Runway aufhielten, habe ich umgehend die Streife benachrichtigt. Denn wer sich dort aufhält, weiß nicht, was er tut. 4. Ich verstehe die Menschen gut, die die Atomwaffen - sofern sie dort noch gelagert sein sollten - weghaben wollen. Ich verstehe aber nicht die Demonstrationen am Fliegerhorst Büchel! Sie bringen nichts! In der Bundesrepublik bestimmen nicht die Soldaten über solche Dinge, sondern die Politiker ("Primat der Politik"). Also sollten diese Demonstrationen ("Ostermärsche") vor dem Verteidigungsministerium in Berlin oder - besser noch! - vor dem Bundeskanzleramt stattfinden. 5. Als ich dem Kommodore des - damals - JaboG 33 als neuer Standortpfarrer vorgestellt wurde, zeigte der Weltkriegs-Zwei-Pilot auf ein Telefon mit den Worten: "Pfarrer! Beten Sie, dass dieses Telefon niemals klingelt, denn was dann kommt, wird schrecklicher als das, was wir 1939-45 erleben mussten!" Hans-Martin Stüber, Pfarrer i. R., Gerolstein