Politik: Militärische Kraftmeierei

Politik : Militärische Kraftmeierei

Zum Artikel „,Ein Land unserer Größe kann nicht am Rande stehen’“ und zum Kommentar „Wir können nicht immer nur andere um Schutz bitten“ (TV vom 8. November) schreibt Norbert Kneib:

Zur Ankündigung der Bundesverteidigungsministerin („Ein Land unserer Größe kann nicht am Rande stehen“) schreibt Werner Kolhoff in seinem Kommentar, dass Deutschland „immer andere um Beistand bitten muss“ und andere die Drecksarbeit machen müssen. Wo konkret, fragt sich der Leser.

Warum sind deutsche Soldaten heute in Mali? Weil Amerikaner und Franzosen 2011 in Libyen militärisch eingegriffen und ein Chaos hinterlassen haben. Die dortigen üppigen Waffenbestände gerieten außer Kontrolle und überschwemmten große Bereiche der Südsahara. Warum ist die Bundeswehr in Syrien und Nordirak mit Aufklärungsflügen tätig? Weil eine völkerrechtswidrige Militäraktion der Bush-Rumsfield-Administration 2003 mit anschließend verfehlter Besatzungspolitik zur Entstehung des Islamischen Staates führten. Eine ganze Region wurde destabilisiert. Die Türkei, Griechenland und auch Deutschland sind mit den Flüchtlingsströmen konfrontiert. Deutschland engagiert sich bei der Beseitigung der Scherbenhaufen militärischer Kraftmeierei.

In einer wirtschaftlich weitgehend vernetzten Welt ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gefragt. Waffenanhäufung und Drohgebärden schaffen aber kein Vertrauen.

Norbert Kneib, Wittlich

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