Missverständlich

Im kirchenrechtlichen Sinne gehört die Priesterbruderschaft St. Pius X. durchaus zur römisch-katholischen Kirche. Sollte diesbezüglich jemand wirklich Zweifel haben, könnte er sich zum Beispiel bei der Erzdiözese Salzburg informieren.

Deren Ordinariat hat einsehen müssen, dass Gläubige, die sich der Piusbruderschaft anschließen, immer noch römisch-katholisch sind und dass die von Priestern der Bruderschaft gespendeten Sakramente als von der Kirche gespendete zu betrachten sind. Es gibt eine Entscheidung aus Rom, durch die das festgestellt wurde, nachdem Kinder, die durch die Priesterbruderschaft getauft und auf die Beichte und Kommunion vorbereitet worden waren, nicht mehr als römisch-katholisch geführt werden sollten. Wahr ist: Die Priester der Bruderschaft sind suspendiert. Das stellt sie aber nicht "außerhalb" der Kirche. Priester, die nicht römisch-katholisch sind, könnte niemand suspendieren. Der Herr Bischof weiß das alles. Er ist bestens informiert. Wie soll man seine Aussage verstehen? Was wird hier gespielt? Versucht man hier, die unbequeme Fraktion der letzten dem Modernismus (der ja noch unter Pius XII. als Häresie galt) Trotzenden durch Verleumdung zu diskreditieren? Wer glaubt schon einfachen Gläubigen, wenn der Bischof anderes behauptet? Deshalb: So, wie die Aussage des Bischofs im TV steht, ist sie schwer missverständlich und grenzt die Katholiken aus, die sich in diesen verworrenen Zeiten der FSSPX zuwenden. Dass das ihr gutes Recht ist und sie dafür nicht mit Kirchenstrafen belangt werden dürfen, hat die Glaubenskongregation unter der Leitung von Kardinal Ratzinger bereits in den achtziger Jahren festgestellt. Aber Bischof Marx bringt mit seiner Aussage Unfrieden in die Familien und Misstrauen in die Nachbarschaft und den Bekanntenkreis derer, die er hier entgegen jeder Gerechtigkeit aus der Gemeinschaft der römisch-katholischen Kirche ausschließt. Er möge beweisen, wie er das rechtfertigt. Kerstin Brosei, Trier