Mit einem Klick Fremdsprachen übersetzen

Mit einem Klick Fremdsprachen übersetzen

Einen Text aus dem Japanischen zu übersetzen, das macht der kostenlose Online-Dienst Google Translate möglich. Bald könnte die Übersetzungsmaschine auch auf Reisen zum Einsatz kommen.

Berlin. Google Translate spricht jetzt auch Weißrussisch, Isländisch, Afrikaans, Irisch, Mazedonisch, Malaiisch, Suaheli, Walisisch und Jiddisch. Der Online-Übersetzer hat damit 51 Sprachen im Programm, und auch die Funktionen wurden erweitert.

Bei Übersetzungen aus dem Russischen oder Chinesischen etwa können sich Internet-Nutzer das fremdsprachige Wort auch in lateinischen Buchstaben anzeigen lassen, zusätzlich zur Übersetzung. Darüber hinaus übersetzt Google Translate nun simultan während der Texteingabe. Wer seine Diplomarbeit unbedingt mal in einer anderen Sprache lesen möchte, kann das Dokument hochladen und übersetzen lassern. Allzu Privates sollte dabei allerdings nicht eingespeist werden, denn Google Translate ist ein Translation-Memory-System. Übersetzungen werden in einer internen Datenbank gespeichert und sind auch für andere Nutzer auffindbar.

Der Bedienkomfort wurde also verbessert - die Übersetzungsqualität auch? Ein Wortungetüm wie Wachstumsbeschleunigungsgesetz meistert der Online-Dienst mit Bravour und tappt auch nicht gleich in die erstbeste Mehrdeutigkeitsfalle. So landen die Birnen, wo sie hingehören: das Obst (pear) im Magen und die Glühbirne (bulb) in der Lampe. Tippt man allerdings "Der Schlüssel steckt im Schloss" ein, dann wird das mit "castle" übersetzt; erst bei der Eingabe "Türschloss" korrigiert sich die Übersetzungsmaschine. Und auch Sprachbilder nimmt sie etwas zu wörtlich. Bei miesem Wetter fallen gleich Katzen und Hunde vom Himmel, dabei hätte strömender Regen schon ausgereicht, um der englischen Redensart "it rains cats and dogs" gerecht zu werden. Von der deutschen Herdprämie, immerhin Unwort des Jahres 2007, hat die Maschine nie gehört und übersetzt sie gar nicht erst.

"Für das menschliche Gehirn gibt es eben keinen Ersatz", sagt Norma Keßler, Vizepräsidentin des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer. "Sprache ist einfach viel zu komplex, als dass sie von Maschinen jemals umfassend beherrscht werden könnte." Schon ein einfacher Relativsatz, so Keßler, überfordert den Online-Übersetzer manchmal. Bei medizinischen oder juristischen Texten etwa werden menschliche Übersetzer weiterhin unverzichtbar sein, genau wie bei technischen Beschreibungen für die Industrie. Elegantes Englisch wird man bei den maschinellen Übersetzern nicht erwarten können. Dafür helfen sie dem Nutzer, sich das World Wide Web vom Heimcomputer aus weiter zu erschließen.

Aber können Übersetzungsdienste auch unterwegs genutzt werden? Wer auf Reisen geht, hat schließlich keinen Internetanschluss im Gepäck. "Im Tourismus wird es mit Sicherheit massive Änderungen im Umgang mit neuen Technologien geben", sagt Roman Egger, Leiter der Abteilung für Tourismusforschung an der Fachhochschule Salzburg. So unterstützt die neue Version von Google Goggles schon die automatische Übersetzung mithilfe der Handykamera. Der Tourist fotografiert ein Verkehrsschild in Buenos Aires oder die Speisekarte eines bretonischen Fischrestaurants, und schon wird die Schrift per Texterkennung (Optical Character Recognition) in Sekundenschnelle ausgelesen und übersetzt.

Die kostenlose Software unterstützt die Sprachen Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch und Französisch, als nächstes könnten auch arabische und asiatische Schriften übersetzbar sein und dem Touristen in Dubai oder Shanghai über Sprachgrenzen hinweghelfen.