| 17:29 Uhr

Leserbriefe
Mit Segelflugzeugen nicht zu machen

Zum Artikel „So darf man mit den Bürgern nicht umgehen“ (TV vom 22. März) schreibt Wilfried Knickrehm:

Mir geht das Messer in der Tasche auf, wenn ich das ständige Geschrei unserer deutschen Wohlstandsbürger höre, insbesondere der in Rheinland-Pfalz, die sich über den Fluglärm beschweren, der von militärischen Flugzeugen ausgeht, insbesondere von US-amerikanischen.

Vielen dieser Bürger geht es ansonsten hervorragend (mein Haus, mein SUV, mein Boot), wenn nur dieser Fluglärm nicht wäre. Zur Absicherung ihrer persönlichen Pfründe (Haus und Hof) werden die teuersten und modernsten Schloss- und Verriegelungstechniken eingebaut, die restlichen Lebensrisiken werden mit Versicherung abgedeckt. Das war’s.

Die Freiheit, in der sie leben und in der sie ihren Wohlstand mehren konnten, gibt es ja fast zum Nulltarif – glauben sie. Die innere Sicherheit gewährleistet die Polizei, für die äußere Sicherheit ist die Bundeswehr zuständig, und die Nato. Die eine so ungeliebt wie die andere. Zwar ist unsere Kanzlerin der Ansicht, dass wir unsere eigenen Grenzen gar nicht schützen können (noch nicht einmal gegen eine friedliche Invasion – wofür war eigentlich unser Bundesgrenzschutz die ganzen Jahre zuständig?), aber gegen eine militärische Aggression haben wir ja zur Not die Bundeswehr, die Nato, die USA. Letztere haben zum Beispiel in der Nähe von Trier eine sehr große Flugbasis, von der tatsächlich Düsenflugzeuge aufsteigen und auch wieder landen, die dabei Lärm verursachen. Deren Piloten kommen dabei ihrem festgelegten Auftrag nach, sie üben mit modernsten Jets das Fliegen und den Luftkampf, und das ist gut so. Das gibt mir ein Gefühl von Sicherheit und Freiheit – mit geräuschlosen Segelflugzeugen ist so etwas nicht zu machen.

Die Amerikaner sind in Spangdahlem nicht deshalb, damit sie den Deutschen Hunderte von Arbeitsplätzen zur Verfügung stellen, die regionale Wirtschaft ankurbeln und für ein komfortables Miet-Niveau sorgen.

Die älteren Bürger werden sich vielleicht noch erinnern, weshalb die amerikanischen Streitkräfte in Deutschland sind. Sie sind hier bis heute geblieben, und das ist gut so.

Die Bundesrepublik Deutschland hat auf eigene Atomwaffen verzichtet, und das ist auch gut so. Wir haben uns damit aber in die Abhängigkeit verbündeter Staaten (Frankreich, Großbritannien, USA) begeben und sind nunmehr auf deren Schutz angewiesen, auf Gedeih und Verderb. Nur durch sie wird unser Schutz gewährleistet.

Wilfried Knickrehm, Trier