| 16:44 Uhr

Politik
Mit Worten nicht zu beschreiben

Zum Leserbrief „Das verstehe, wer will“ (TV vom 27. März) schreibt Katrin Bornmüller:

Mir geht es genauso wie Manfred Schmitz. Ich war für die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte neun Mal in den Flüchtlingslagern in Kurdistan (Türkei und Irak). Wir haben gut 200 Interviews mit IS-Opfern geführt. Unsere Dolmetscher sind Eziden-Muho Boga aus Kurdistan (Türkei) und Khlail AL-Rasho, der IGFM-Referent ist und aus Dohuk in Kurdistan (Irak) stammt.

Es gibt keine Gräuel, die der IS nicht anwendet. Die Vergewaltigungen beginnen bei jungen Mädchen ab sechs Jahren. Die IS-Leitlinien sagen, dass der IS-Kämpfer entscheiden darf, ob seine Sexsklavin, die sein Besitz ist, körperlich dazu in der Lage ist. Die Jungen , die beim Überfall von Shingal am 3. August 2014 gefangen genommen wurden, verbrachten teilweise vier  Jahre in IS-Trainingslagern, wo sie hart geschlagen wurden, besonders wenn sie die Koransuren nicht auswendig konnten.

Die Frauen des IS spielen bis auf einige Ausnahmen, welche die Opfer bestätigen können, eine böse Rolle. Sie schlugen die Sexsklavinnen oft aus Eifersucht, weil ihr IS-Mann sie als Sexsklavin hatte. Die Mädchen wurden in der Regel weiterverkauft. Leider sind immer noch gut 3000 Menschen, vor allem Eziden, in IS-Haft. Sie werden unter anderem über Facebook zum Kauf angeboten.

Die Lage der Opfer ist mit Worten nicht zu beschreiben, diese Verbrecher gehören vor einen Internationalen Gerichtshof, aber nicht nach Europa, denn es tummeln sich leider schon genug von ihnen hier. Baden-Württemberg hat gut 1000 IS-Opfer aufgenommen, von denen einige ihre IS-Folterer in Deutschland erkannt haben.

Katrin Bornmüller, Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Wittlich