Leserbrief: Mitgefühl ist eine Tugend

Leserbrief : Mitgefühl ist eine Tugend

Spendenfigur

Zum Bericht in der Wochenendausgabe vom 22. Dezember „Nickneger in der Dudeldorfer Pfarrkirche“ schreibt diese Leserin:

Ich bin da ganz einer Meinung mit Frau Löhnertz. Eine solche Spardose gehört mit der Darlegung des Kontextes bestenfalls in ein Museum. Die Anmerkungen des Pastors Gerber finde ich allerdings recht befremdlich. Er legt dar, dass die Spardose ein Geschenk gewesen sei und die Anschaffung einer neuen Spardose Geld kosten würde. Dadurch untergräbt er die Glaubwürdigkeit seiner eigenen Behauptung, dass er die Menschen in den Projekten in Entwicklungsländern partnerschaftlich behandele. Ist die Würde seiner Projektpartner nicht die Anschaffungskosten einer neuen Spardose wert? Ich hoffe, dass er sich einfach keine Gedanken über dieses Thema gemacht hat. Denn sollte dies eine überlegte Aussage sein, ist diese bestenfalls widersprüchlich oder vielmehr grenzwertig. Man soll der Gemeinde Dudeldorf keinen Rassismus unterstellen, vielmehr denke ich, dass sich die mit der Gestaltung der Krippe beauftragten Personen gar nichts bei dieser Spardose denken. Vielleicht können sie nicht nachvollziehen, dass die pauschale Darstellung von Nicht-Weißen als ehrerbietige Bittsteller eine Herabwertung derselben bedeutet, auch wenn dies nicht die Intention der Gemeinde ist. Und wenn es jemand überhaupt nicht nachvollziehen kann, dass sich jemand anderes über eine solche Spardose aufregt, der möge doch bitte einfach einmal den Kanon der Meinungen der Personen anhören, die dargestellt werden. Wenn diese sagen, dass sie sich beleidigt oder herabgesetzt fühlen, dann soll man das akzeptieren. Punkt. Egal ob Schnitzel, Schaumküsse oder Nickfiguren. Warum soll man denn unbedingt auf dem Recht beharren, die Gefühle anderer verletzen zu dürfen oder zu bewirken, dass sich die betroffenen Personen ausgeschlossen oder zum Fremdkörper gemacht fühlen? Ist denn Mitgefühl nicht eine Tugend, die Christen und Humanisten gleichermaßen teilen?