Monarchie

Zur Kolumne "Mensch… Königin Elizabeth von England!" (TV vom 6. Juni):

Lieber Herr Lintz, als gebürtige Britin muss ich mich einfach zu Ihrem Kommentar äußern: Es ist so leicht zu kritisieren, aber wer sich wirklich mit der Thematik auseinandersetzt, weiß, dass diese Frau schon eine Menge geleistet hat, und sie tut es auch heute noch. Oder ist es so einfach, mit zehn Jahren zu erfahren, dass man eines Tages Queen wird und eine Menge Verantwortung zu tragen hat? Und dann mit 25 Jahren tatsächlich diese Aufgabe zu übernehmen? Die Prinzessin Elizabeth war dafür bekannt, dass sie als Jugendliche während des Zweiten Weltkriegs, genauso wie ihr Vater, König George VI., in London blieb und Reden hielt, die sie an die Kinder Großbritanniens richtete. Diese Frau dient ihrem Land unermüdlich, oder kennen Sie eine andere 86-jährige, die noch ins Büro geht und 400 Termine im Jahr wahrnimmt? Sie macht es sich nicht so leicht wie mancher Bundespräsident hierzulande. Vielleicht hat sie nichts zum Thema Umwelt beigetragen, vielleicht hat sie nicht versucht, die Welt zu retten, aber sie ist da gewesen und immer noch präsent und hat jede Menge dazu beigetragen, dass die Briten heute noch zusammenhalten. Sie ist auch ein Mensch und darf Fehler machen. Davon hat sie aber offensichtlich sehr wenige gemacht. Sie gibt den Leuten (und nicht nur die Briten) Mut und macht ihnen Freude; das ist wichtig in diesen tristen Zeiten. Man kann über sie lästern, aber wer nach so vielen Jahren immer noch so viel Popularität genießt, verdient vor allem Anerkennung! God save the Queen! Vanessa Rosar, Ralingen