MUSIK

Zum Artikel "Am Ende weht ein Hauch von Wehmut durch die Halle" (TV vom 13. November):

Das Konzert von Udo Jürgens "Mitten im Leben" in der Arena in Trier hat mich sehr beeindruckt. Mit 80 Jahren eine solche Leistung - dafür gebührt ihm große Anerkennung. Leider gab es für mich einen Wermutstropfen, den ich so schnell nicht vergessen werde. Udo Jürgens maßt sich an, alle Weltreligionen hart abzuurteilen, und dazu erhält er vom Publikum noch Beifall. Mich hat die Aussage tief getroffen. Als Christin der katholischen Kirche erlebe ich eine Kirche, die meinen Glauben stärkt und Lebenssinn stiftet. Dabei warte ich auch auf Veränderungen durch die Synode in Trier und die Familiensynode in Rom. Ich hoffe auf die Abschaffung des Zölibats und die Frauenordination zum Wohl unserer Kirche. Das würde ich auch noch gerne erleben. Trotz allem stehe ich zu meiner Kirche und arbeite mit nach meinen Möglichkeiten, nach der Idee: Wir sind Kirche. Im Namen der Kirche gab es Unheil, und wir Christen leiden darunter, dass es Missbrauch in vielfältiger Form gibt. Aber viele Menschen haben durch den Glauben und die Kirche die Welt ein Stück besser gemacht. Ein Leben ohne Kirche - ist das vorstellbar? Für mich nicht. Es wäre besser, Christi Botschaft der Nächstenliebe im Leben umzusetzen, als bei jeder Gelegenheit (selbst in einem Konzert von Udo Jürgens) die Kirche mit Hass und Häme zu überschütten. Ich jedenfalls bin froh, Christ zu sein in meiner Kirche. Monika Schweyen, Üttfeld