Muttertag

Mütter sind leicht zu beschenken, oder sag ich besser schwer? Mancher würde kaum dran denken, wenn nicht dieser Pflichttag wär. Wer Verlegenheitsgeschenke, nett verpackt von fremder Hand präsentiert, weil alle schenken, hat des Festes Sinn verkannt.



Mütter lieben kleine Hände,
lachend nach ihr ausgestreckt
und die größ´'ren, die behände
schon den Frühstückstisch gedeckt.

Die zum Ehrentag gebrachten
Rosen mögen Mütter sehr,
den von Herzen zugedachten
Veilchenstrauß nicht weniger.

Einmal nicht am Herd zu stehen,
welche Mutter schätzt das nicht?
Auch mal ins Theater gehen,
ganz befreit von Alltagspflicht.

Edle Steine, Perlen, Ringe,
welche Frau erträumt sie nicht?
Und doch sind es tote Dinge.
Lebenswichtig sind sie nicht.

Auch der Mutter Traum darf fliegen
einmal kühn hinauf zum Nerz.
Der lässt sich nicht runterkriegen -
und es bricht ihr nicht das Herz.

Soll ein Fest harmonisch klingen -
Muttertag ist dessen wert,
eins vor allen andern Dingen
unbedingt dazu gehört.

Wichtig ist, von dem zu geben,
was sie stets in Fülle gab:
Zeit - und Teil an ihrem Leben
und nicht nur am Muttertag.

Oft trübt Sorge um Präsente
für nur einen Wunsch den Blick:
von der Liebe, die sie schenkte,
bring ein wenig ihr zurück.