Nach uns die Sintflut

Zum Leserbrief "Der Irrsinn muss ein Ende haben" (TV vom 30. Oktober):

Was Frau Niewodniczanska über die Förderung von Ökostrom mittels des Erneuerbaren- Energien-Gesetzes und günstige Kredite über die KfW-Bank schreibt, ist nicht falsch. Hierüber lässt sich sicherlich weiter diskutieren.

Dies als Irrsinn zu bezeichnen, ist allerdings infam.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz wurde einst beschlossen, um saubere Energien zu fördern und flächendeckend einzuführen. Auch sollten Anreize geschaffen werden, Ökoenergien ins Bewusstsein zu rufen und mehr Wert auf saubere Technologien zu setzen.

Würde man die Kosten, die für die Endlagerung des Atommülls entstehen, die übrigens ausschließlich von Steuergeldern bezahlt werden, auf den Strompreis umlegen, wäre Atomstrom unbezahlbar. Mit dem ganzen Atommüll, der dabei entsteht, ist den uns nachfolgenden Generationen jedenfalls eine strahlende Zukunft gewiss.

Aber egal, "es lebe die Wirtschaft und Industrie, nach uns die Sintflut"! Verantwortung sieht anders aus.

Man stelle sich einmal vor, unsere Vorfahren, die Neandertaler oder die Steinzeitmenschen, hätten schon Strom benötigt und diesen mittels Kernenergie erzeugt. Wenn sie dann ihren Atommüll in der Eifel, in der Nähe von Bitburg, verbuddelt hätten, wäre die Brauerei wahrscheinlich nie entstanden.

Bier aus Gorleben würde ja auch keiner trinken. Den dort lebenden Menschen und deren Nachkommen mutet man aber den strahlenden Müll zu. Das ist der wahre Irrsinn.

Stefan Casel, Trier

energie

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