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Zu den Meldungen "Medien: Iran arbeitet an Atomwaffen", "Iran hat offensichtlich an Atombombe gebastelt", "Warnungen vor dem Krieg" (TV vom 8., 9. und 10. November):

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat offiziell bekanntgegeben, was der iranische Führer Ahmadinedschad nach wie vor abstreitet, nämlich, dass der Iran zumindest bis 2010 an der Entwicklung von Nuklearwaffen gearbeitet hat. Und jetzt? Glaubt irgendjemand, das klerikalfaschistische Regime werde damit aufhören? Warum sollte es? Geeignete Raketen sind vorhanden, genügend Kernsprengstoff und Zünder wahrscheinlich auch, also braucht man im Prinzip nur noch die Nuklearsprengköpfe zusammenzubauen. Dass die Regierungen von Deutschland, Russland und Frankreich trotzdem immer noch einen Militärschlag gegen den Iran ablehnen, kann nicht verwundern, hatten diese Staaten doch bislang gute wirtschaftliche und politische Beziehungen zum iranischen Mullahregime und haben zusammen mit China, Pakistan und Nordkorea wesentlich zu seiner nuklearen Aufrüstung beigetragen. Der russische Außenminister Lawrow warnt gar vor - oder droht mit? - unabsehbaren Folgen eines Angriffs auf den Iran. Absehbar wären jedenfalls die Folgen einer iranischen Nuklearbewaffnung: der nukleare Holocaust in Israel, den übrigens auch die Palästinenser kaum überleben würden. Ist das übertrieben? Ahmadinedschad ist wohl ähnlich wie Adolf Hitler ein Mensch, der keine leeren Drohungen ausspricht und der seine wahnhaften Vernichtungsideen rücksichtslos in die Tat umsetzen will, ohne Rücksicht auch auf sein eigenes Volk. Und selbst ohne Einsatz der Nuklearwaffen würde ihre pure Existenz den Iran noch stärker und gefährlicher machen und dem gewaltbereiten Islamismus zu einem großen Triumph verhelfen. Absehbar wären auch die Folgen einer militärischen Verhinderung der iranischen Nuklearbewaffnung und notwendigerweise damit auch der Vernichtung seiner konventionellen Angriffsfähigkeit: der Sturz des iranischen Mullahregimes und des syrischen Assad-Regimes sowie das Ende der fünften Kolonnen des Iran in Palästina, im Libanon und im Irak. Was tun? Weitere Verhandlungen sind sinnlos, und auch schärfere Sanktionen kommen vielleicht zu spät. Die Uhr tickt, viel Zeit zur Entscheidung bleibt nicht mehr. Robert Seidenath, Gusterath

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